Werner Sobek (München)

Das formal unspektakuläre, aber in der Veränderung der Wohnverhältnisse doch unübliche Haus »R 128«, in dem Werner Sobek in Stuttgart lebt, erregte bislang das meiste Aufsehen: Leben wir in Zukunft in diesen transparenten Verhältnissen? Eine falsche Frage. Denn missionarischen Eifer muss man in Ideen, die in die Zukunft weisen, nicht suchen. »Show me the future« ist als Titel dieser Ausstellung kein bekehrend ambitioniertes Bekenntnis, sondern deutet auf Möglichkeiten, um den gegenwärtig erkannten Problemen mit einer besseren Architektur zu begegnen. Hier geht es um Konzepte, die technisch über den »state of the art« hinausgehen und darin neue gestalterische Impulse suchen. Das Architekturmuseum der TU München konnte kaum umhin, die vorausschauend ambitionierte Arbeitsweise von Werner Sobek in sein Ausstellungsprogramm aufzunehmen, mit dem die Diskussion über Tendenzen zeitgenössischer Architektur gefördert wird. In wenigen, aber prägnanten Exponaten und Erklärungen geht es um Struktur, Anpassungsfähigkeit, Transparenz, Material, Design und Zukunft. Das sind Aspekte, mit denen sich Sobek im Büro, an der Universität und in der Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen beschäftigt. Um ein Beispiel zu nennen: »Adaptiv« ist der so genannte Stuttgarter Träger, bei dem ein Lager verschieblich ausgebildet wird und die Dimensionierung des Trägers erheblich verringert werden kann. Sobek baut vor allem an großen Projekten auf anderen Kontinenten, zum Beispiel dem Flughafen in Bangkok. Im Interdisziplinären vermisst man nun lediglich die explizit soziale und historische Dimension. Zum Umgang mit vorhandener Bausubstanz, der die Hauptaufgabe im »alten Europa« wird, wünscht man sich noch pfiffige Beiträge. ub

Bis 29. August, Pinakothek der Moderne, Barer Straße 40, München, Di, Mi, Sa, So 10 – 17 Uhr, Do, Fr 10 – 20 Uhr