von Gerkan, Marg und Partner Berliner Bauten und Projekte (Berlin)

Firmenjubiläen sind so eine Sache. Meist wird viel zu spät daran gedacht und dann auf die Schnelle etwas aus dem Hut gezaubert. Das Hamburger Architekturbüro mit dem inzwischen weltweit bekannten Kürzel gmp hat sein vierzigjähriges Bestehen zum Anlass genommen, sich an seine Entstehungsgeschichte zu erinnern – und die hat ihre Wurzeln in Berlin. Bis heute prägen mehr als 25 Bauten das Stadtbild. Bernd Pastuschka, Partner von gmp, hatte die Idee, diese Gebäude ein Jahr lang von einem Fotografen beobachten zu lassen und zu einer Ausstellung zusammenzutragen. Markus Bredt machte sich über die Jahreszeiten hinweg auf die Suche nach geeigneten Stimmungen. Dabei hatte der Berliner freie Hand bei der Motivauswahl. Herausgekommen ist eine Sicht auf Architektur, die weit entfernt ist von den üblichen Darstellungen in Fachmagazinen. Spätestens nach der Betrachtung des zweiten Projektes entwickelt man Spaß daran, nach »Unstimmigkeiten« zu suchen. Meist sind es Menschen, die sich irgendwo »verstecken« oder in Bewegung Befindliches, das über die Bildfläche huscht, wie startende Flugzeuge oder durchfahrende Züge. Aufgehängt an Streckmetallwänden, die für jedes Projekt eine räumliche Begrenzung bilden, kommen die großformatigen Fotos besonders gut zur Geltung. Unterstützt werden die fotografischen Darstellungen nur noch von Modellen, von denen das des Lehrter Bahnhofs das beeindruckendste ist – eine Ausstellung, die Architektur vom akademischen Sockel holt und zum reinen Augenschmaus macht. Leider konnte nur eine Auswahl in der Galerie gezeigt werden, im Katalog aber sind alle Projekte enthalten. kr

Bis 7. September. Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124, Mo –Sa 12 –20 Uhr, So 10 –18 Uhr. Katalog (Jovis Verlag), 29,80 Euro, www.berlinische galerie.de