Spectacular City (Düsseldorf)

~Sibylle Eck

Die Ausstellung präsentiert etwa 100 Fotografien international bekannter Künstler wie Andreas Gursky, Thomas Ruff und Olivo Barbieri, Thomas Demand, Andreas Gefeller, Heidi Specker oder Michael Wesely, – viele von ihnen waren einst Studenten an der Düsseldorfer Kunstakademie.
Die gezeigten Werke kreisen thematisch um den Wandel städtischer Räume in einer globalisierten Welt. Die vom Niederländischen Architektur Institut in Rotterdam zusammengestellte Schau ist international die erste Bestandsaufnahme dieser Art und eröffnet dem Besucher einen neuen Blick auf »die Stadt«, die sich in den letzten Jahren radikal gewandelt hat. Längst ist sie nicht mehr in erster Linie Wohn- und Arbeitsort, sondern auch ein Ort der Inszenierung und des Konsums; vor dem Hintergrund technischer und wirtschaftlicher Entwicklungen hat sich das Bild unserer Städte drastisch und mit atemberaubender Geschwindigkeit verändert.
»Der Mensch wird so, wie die Stadt ihn macht, und umgekehrt«, stellte Alexander Mitscherlich bereits 1965 in seinem Manifest über »Die Unwirtlichkeit unserer Städte« fest. Darin charakterisiert er Stadt einerseits als »Ort der Sicherheit, der Produktion und der Befriedigung vieler Vitalbedürfnisse«, andererseits als »Nährboden […] der menschlichen Bewusstseinsentwicklung«. Daraus kann man die zentrale Bedeutung des städtischen Umfelds für den darin lebenden Menschen ermessen.
Die große Bandbreite dessen, was Stadt ausmacht, wird anhand der Auswahl der präsentierten Arbeiten sehr gut verdeutlicht. In Format und Darstellungsart sehr unterschiedlich, zeigen sie unterschiedliche Facetten einer »schönen neuen Welt«: Von einer kleinformatigen Bilderserie in Holzrahmen über fast raumhohe Abzüge bis hin zu riesigen Holztafeln, die – gegeneinander verschoben – eine räumlich erlebbare Interpretation eines Stadtraums schaffen, reicht das Spektrum der Beiträge. – Eine Arbeit präsentiert sich gar als Film. Lichtverhältnisse, Wetterbedingungen und die Möglichkeiten moderner, digitaler Bildtechnik – all dies beeinflusst die Fotografen bei ihrer Arbeit. Sie beschränken sich jedoch nicht nur auf die naturgetreue Wiedergabe ihres Betrachtungsgegenstands, vielmehr manipulieren sie diesen, bearbeiten und verfremden ihn. Details, die der Betrachter in seinem Alltag oft nicht bewusst wahrnimmt, rücken plötzlich in den Vordergrund und eröffnen neue Erkenntnisse. Auf diese Weise gelingt den Fotografen eine neue, persönliche Deutung, eine denkbare Permutation städtischer Strukturen, die durch Überhöhung und Betonung einzelner Aspekte den Blick schärft und zum Nachdenken anregt.
Bis 6. Mai. NRW-Forum Kultur und Wirtschaft, Ehrenhof 2, Di–So 11–20, Fr 11–24 Uhr. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im NRW-Forum oder im Internet erhältlich ist. www.nrw-forum.de