Science City (Berlin)

Die führenden Universitäten ähneln zunehmend internationalen Konzernen, die weltweit um Gelder und Talente konkurrieren. Dabei spielen auch weiche Standortfaktoren eine wichtige Rolle – wie das Campusumfeld und die Lebensqualität in der jeweiligen Stadt. Die ETH Zürich gehört zwar zu den besten Universitäten Europas, ihr zweiter Campus am Hönggerberg jedoch, der ab 1957 zwölf Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums angelegt wurde, ist nicht mehr als eine nüchterne Denkfabrik: Der suburbane Campus ist schlecht angebunden, in reizarmer Umgebung und abends wie ausgestorben. Die ETH plant deshalb, den Standort zu einer neuen, lebendigen Wissenschaftsstadt auszubauen. Aedes East zeigt derzeit die ersten Ideen für diese »Science City«. Weil der Masterplan jedoch erst im September vorgestellt wird, bleibt die Ausstellung inhaltlich leider sehr vage. Zu sehen ist bisher nur das neue kammförmige Gebäude von Mario Campi und Franco Pessina. Aus dem Ghetto am Hönggerberg soll ein Quartier werden, in dem sich Wissenschaft und Öffentlichkeit treffen. Bis 2010 sollen über 400 Mio Schweizer Franken in den Ausbau fließen: Wohnungen für etwa tausend Menschen sollen nach Andrea Deplazes` Masterplanskizze um den Campus herum in sechsgeschossigen molekülförmigen Häusern gebaut werden. Zudem soll ein Kongresszentrum mit Audimax und Bibliothek am Haupteingang gebaut werden. Baumschlager/Eberle bauen das neue Information Science Lab. Ein kroatischer Multimillionär spendete dafür 23 Mio Franken. Die Hauptstraße auf dem Campus soll zum Boulevard mit Bäumen, Läden und Restaurants werden. Der Wettbewerb für ein Sportzentrum läuft derzeit. Ulf Meyer

Bis 28. August, Aedes East, Rosenthaler Str. 40 – 41, Di – Fr 11 bis 18.30 Uhr, Sa, So 13 – 17 Uhr, Katalog 10 Euro, www.sciencecity.ethz.ch