Josef Hoffmann (Wien)

Manchmal muss man bei aller Kürze weiter ausholen. Das Museum für Angewandte Kunst in Wien bietet dafür Anlass. Dass der langjährige Direktor des Museums, Peter Noever, ein Faible für Architektur hat, ist bekannt. Weniger bekannt ist vielleicht, auf wie viele Orte sich seine breite Ausstellungstätigkeit verteilt. Nicht nur im Museum präsentiert sich ein Nebeneinander von zeitgenössischer Kunst, Architektur und der umfassenden Sammlung. Mit drei Außenstellen in Wien, dem MAK Center for Art and Architecture in Los Angeles und dem Schindler-Stipendium Programm hat sich das MAK selbst fast unbemerkt zu einem komplexen System ausgedehnt. Im Sinne der aktuellen Ausstellung »Ein unaufhörlicher Prozess« über Josef Hoffmann kommt nun ein weiterer Ort hinzu: Das Geburtshaus des Architekten im ca. 160 Kilometer entfernten tschechischen Brtnice. Auch dieser ist nicht ganz neu. Schon 1992 wurden dort unter dem Titel »Der barocke Hoffmann« Zeichnungen und Objekte des Architekten gezeigt. Das Bürgerhaus, das Hoffmann nach dem Tod seiner Eltern neu einrichtete, wurde nach dieser Ausstellung restauriert und rekonstruiert. Seit Juli ist dort der erste Teil einer auf mehrere Jahre angelegten Ausstellungsreihe zu sehen. Der Ausstellungsschwerpunkt liegt nahe: Das MAK, Eigentümer des Archivs der Wiener Werkstätten, die Hoffmann 1903 mitbegründete und die sich 1932 auflösten, besitzt zusätzlich 5500 Zeichnungen aus allen Schaffensphasen Hoffmanns. Eine Auswahl aus seinem vielfältigen Oeuvre (als junger Wagnerschüler und Mitbegründer der Secession) kann man nun in authentischer Umgebung erleben. Eine Reise in vergangene Tage mit Bleistift, Tinte und Keramik. Manuela Hötzl

Bis 30. Oktober. Muzeum Josefa Hoffmanna, Brtnice, CZ, Mo – Fr 10 – 17, Sa – So 10 – 16 Uhr oder nach Vereinbarung, www.mak.at