Erich Schelling (Karlsruhe)

Anlässlich des hundertsten Geburtstags wird in seinem Hauptwerk – der Schwarzwaldhalle in Karlsruhe – eine Werkausstellung des Architekten Erich Schelling gezeigt, der mit Leib und Seele Karlsruher war und eine typische Karriere in den zunächst schweren, doch hoffnungsvollen und schließlich boomenden Jahren nach dem Krieg machte. Herausragend ist das mit Ulrich Finsterwalder entwickelte Dach der Schwarzwaldhalle (1953) – und wie es mit ergänzenden Bauten in die Umgebung eingefügt ist. Kernforschungszentrum, Handwerkskammer, Landesversicherungsanstalt und zahlreiche sonstige Bürobauten – das sind jene Aufgaben, mit denen Schelling das Gesicht Karlsruhes deutlich mitprägte. Doch es blieb nicht bei Karlsruhe: In Schweinfurt baute Schelling das Theater (1961 – 66) – einen kraftvollen Solitär inmitten eines Parks; in Köln-Wesseling ein Ausstellungszelt (1962), weitere Bauten in Straßburg und Grenoble. Die Ausstellung zeigt unter anderem mit neuen Video-Aufnahmen die Spuren, die Erich Schelling in Karlsruhe hinterlassen hat. Außerdem lassen viele Originalzeichnungen und auch Modelle die Intensität erahnen, mit der Schelling sich seinen Aufgaben widmete. Nicht zuletzt staunt man ob der Wettbewerbsbeiträge. Der Wettbewerb wurde von Erich Schelling noch zu Recht als Experimentierfeld begriffen; wie arm ist im Vergleich unsere derzeitige Wettbewerbslandschaft geworden. Trude Schelling-Karrer, Witwe des 1986 verstorbenen Architekten, gründete mit Heinrich Klotz die Erich-Schelling-Architekturstiftung, die mit zwei hoch dotierten Preisen Architektur und Architekturtheorie würdigt. Auch nicht ausgeführte Projekte werden hier beachtet. Ursula Baus

Bis 14. November in der Karlsruher Schwarzwaldhalle, täglich 11 – 18 Uhr