Con_Con (Berlin)

Unter dem Titel »constructed connections 2004« thematisiert »Stadtkunstprojekte« die besondere städtebauliche Bedeutung von Brücken in Berlin und initiiert den »Brückenschlag« zwischen Architekten, Künstlern und Ingenieuren als interdisziplinäre Herausforderung. Vier Projekte konnten dieses Jahr realisiert werden. Dabei spielt die Spree, die überwiegend im Osten den Grenzverlauf bildete, die Hauptrolle. In einen temporären »Lichtbogen« verwandelten der Künstler Mischa Kuball und die Architekten Beda Faessler und Riken Yamamoto die Friedrichsbrücke. Videoprojektionen erzeugen den Eindruck eines virtuellen Flusslaufes, durch den Passanten trockenen Fußes das andere Ufer erreichen. Olaf Nicolai forderte zur Interaktion heraus, indem er zwei Standorte vis-a-vis am Spreeufer öffentlich als Ausgangspunkte für sein visionäres Projekt »Dromio« definierte. An historischer Stelle, dem Osthafen gegenüberliegend, knüpft die »Spreebrücke« der Künstlerin Beate Lorenz und der AMP Arquitectos an die längst vergangene Badekultur der Flussbäder an. Breite Stege verbinden zwei Holzplateaus mit dem zu einem Badeschiff umgebauten Schubleichter. Die Lichtinstallation »Fata Morgana« von Manu Kumar und Tom Heneghan erscheint mit Anbruch der Dämmerung an der Museumsinsel. Die Unterkonstruktion der Eisernen Brücke wird zum leuchtenden Bogen, der sich im Wasser spiegelt und von weitem die Umrisse Europas, von nahem die Ausmaße einer Megastadt erkennen lässt. Die Brücken machen jeden Passanten um transitorische Erfahrungen reicher. Auf wunderbare Weise werden sinnliche Wahrnehmung und künstlerische Reflexion im Wellengang der Spree erlebbar. Susanne Liehr

Bis 10. Oktober, Fata Morgana, Eiserne Brücke an der Museumsinsel, nächtlich, Badeschiff Spreebrücke an der Arena, täglich 8 – 24 Uhr, www.stadtkunstprojekte.de