Cedric Price (London)

Zu Beginn sah es so aus, als würde der englische Architekt Cedric Price (1937–2003) ein avantgardistisches Büro leiten. Mit Buckminster Fuller befreundet, entwickelte er dessen Konstruktionsideen an einem Vogelhaus für den Londoner Zoo (1961) weiter. Er baute eine Galerie für zeitgenössische Kunst (1962), später einen Pferch, der als Sonnenbadeort dienen kann (1977), und das modulare Inter-Action Centre in Camden (1971). In den folgenden Jahren aber entfernte sich Price vom gebauten Ambiente und intensivierte seine konzeptuelle Auseinandersetzung mit den Aufgaben der Architektur: die müsse zukünftige Veränderungen einbeziehen und brauche nur so lange zu bestehen wie sie Nutzen habe. So wehrte er sich gegen den Vorschlag, das ständig veränder- und erweiterbare Inter-Action Centre unter Denkmalschutz zu stellen; es wurde 2002 abgerissen. In den neunziger Jahren führte er mit Magnet Entwürfe für wandelbare urbane Formen zeichnerisch vor (1996–99). In der Ausstellung des Design Museums aber, die acht Projekte von Cedric Price präsentiert, wird Magnet nur knapp abgehandelt. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Fun Palace (1960–65) und dem Potteries Think Belt (1964), den zwei einflussreichsten Projekten, die jedoch beide unausgeführt blieben. Mit dem Fun Palace stellte Cedric Price seine radikalen Forderungen nach einer leichtlebigen Architektur, die sich Bedürfnissen anpassen müsse, vor. Konkret zeigt sich diese Vorstellung in der Modularität von Gebäudeteilen. Für das Think Belt Projekt funktionierte er die Bahnstrecken ehemaliger Industrieanlagen für den Gebrauch von mobilen Universitätsgebäuden um. Die sollten nach Bedarf an ihren jeweiligen Nutzungsort gefahren werden. Jörn Ebner

Bis 9. Oktober. Design Museum, Butler´s Wharf, London SE1, täglich 11.30 – 18 Uhr.