Andreas Feininger (Stuttgart)

Die Ausstellung »Andreas Feininger – That’s Photography« ist die letzte Ausstellung der Galerie der Stadt Stuttgart im Kunstgebäude. Im Oktober schlüpft sie am Kleinen Schlossplatz als »Kunstmuseum Stuttgart« in eine neue Hülle. Doch zuvor wird in den alten Räumen noch ein kleines Bravourstück inszeniert. Die letzte Ausstellung geriet zu einem Leckerbissen. Die Retrospektive mit rund 270 – natürlich schwarzweißen – Fotografien greift alle Themenkomplexe aus Andreas Feiningers Werk auf. Am bekanntesten und nach wie vor ungemein beeindruckend sind seine Porträts der Stadt New York. Einige der Bilder sind längst zu Ikonen für den Mythos New York geworden. Mehr noch, sie haben diesen Mythos mit geprägt. Ein Genuss, diese Fotos endlich einmal im Original sehen zu können: Schiffe, Hafen, Brücken, Straßenschluchten im Dunst, Wolkenkratzer, Hochbahnen, Straßen, Menschenmassen – das quirlige New York der vierziger Jahre.

An zwei dieser Ikonen können Sie sich vielleicht noch erinnern: »Die United States in Höhe der 42nd Street« und »Menschen auf einer Fähre in Richtung Manhattan«. Der in New York lebende Architekturfotograf Eduard Hueber stellte die beiden Bilder für uns nach (»New York in the Forties … and in the Nienties«, db9/98, Seite 70).
Aber die Ausstellung beschränkt sich nicht auf den Schauplatz New York oder die Ansichten anderer Städte (und Landschaften). Feininger widmete sich mit der gleichen Begeisterung den Naturstudien. In vielen – weniger bekannten, aber nicht minder brillanten – Fotos hat er im Mikrokosmos der Natur kleine Skulpturen entdeckt und im Bild festgehalten: Detailaufnahmen von Insekten, Muscheln, Holz und Steinen. wd
Bis 1. August, Galerie der Stadt Stuttgart, Schlossplatz 2, Di – So 11 – 18 Uhr, Mi 11 – 20 Uhr; Katalog (Hatje Cantz) 24 Euro