Airworld (Weil am Rhein)

Was ist aus dem Traum vom Fliegen geworden? Wer meint, 19 Euro seien genug für ein Ticket, der weiß die Welt des Fliegens nicht zu schätzen bzw. ist an ihrer Weiterentwicklung nicht interessiert. Auf keinem anderen Gebiet ist ein so hoher technischer Standard, ein solches gestalterisches Niveau erreicht worden wie in der zivilen Luftfahrt. Bevor der erste Linienflug 1919 startete, waren Designer und Modemacher am Werk, um diese neue und exclusive Form des Reisens so angenehm wie möglich zu machen. Längst haben die (inzwischen weltweit 422) Fluggesellschaften ihre eigene Ästhetik hervorgebracht mit Flugzeuginterieurs, Flughafenarchitektur, dem Corporate Design der Airlines, den Uniformen der Flugbegleiter bis hin zum Bordgeschirr, aber auch die Flugzeugtypen selbst veränderten mit zunehmend technischem Fortschritt und rasch wachsenden Passagierzahlen ihre äußere Form. Damit verbunden sind so berühmte Namen wie Norman Bel Geddes, Henry Dreyfuss, Raymond Loewy und Ottl Aicher u.a. Aber auch Architekten fanden ihr Betätigungsfeld, was eindrucksvoll das Modell des Flughafens in Berlin-Tempelhof beweist. Es ist nur eines von vielen Modellen und Originalstücken, die die Geschichte der Flugreise anschaulich demonstrieren. Schade nur, dass das Vitra Design Museum zu klein ist, um den Atem der großen weiten Welt auch räumlich spürbar zu machen.

So schrumpfen die Distanzen und vermitteln stellenweise den Eindruck eines Sammelsuriums, was die Ausstellung keineswegs ist – bei dem global umspannenden Thema aber auch immer in Ansätzen stecken bleiben muss. Wer Flugreisen nach wie vor genießt, sollte sich den sehr gut aufbereiteten Katalog gönnen. Er kostet allerdings mehr als 19 Euro. kr
Bis 9. Januar, Vitra Design Museum, Weil am Rhein, Di – So 11 -– 18 Uhr, www.design-museum.de