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Es regnet Geld

Zweite Stufe der BEG tritt in Kraft
Es regnet Geld

Bild: PIXNIO

Seit 1. Juli 2021 gibt es deutlich mehr Geld vom Staat für die energetische Sanierung: Pro Wohneinheit steigt die Förderung um bis zu 27.000 Euro, aber auch bei Büro- und Gewerbebauten können Zuschüsse abgerufen werden – zum Teil bis 50 Prozent.

Um mehr für den Klimaschutz zu tun und endlich die seit Jahren stagnierende Sanierungsquoten zu steigern, greift der Staat tief in die Tasche. Er erhöht die Zuschüsse der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Welche Förderungen gibt es eigentlich und was gilt es dabei zu beachten? Generell gilt: Energetische Maßnahmen bei der Sanierung sowie beim Neubau von Wohngebäuden und auch Nichtwohngebäuden werden nun bis zu 50 % gefördert. Außerdem ist die Förderung auch als reiner Investitionszuschuss abrufbar. Zu verbesserten Fördersätzen kommen erhöhte Gelder für Fachplanungs- und Bauleitungsleistungen. Was heißt das im Einzelnen?

Förderung für Wohngebäude

  • Förderfähig sind Gesamtsanierungen und auch Einzelmaßnahmen in Bestandsgebäuden.
  • Das Effizienzhaus 115 fällt nun als nicht zukunftsfähiger Standard aus dem Förderprogramm.
  • Die Effizienzhausstandards 100, 85, 70 und 55 bestehen weiter. Der Förderzuschuss beträgt 27,5-40 %.
  • Neu ist das Effizienzhaus 40 für Sanierungen, hier gibt es 45 % Zuschuss.
  • Die EE-Klasse, also die überwiegende Nutzung erneuerbarer Energien, bringt zusätzliche 5 %. Damit steigen die förderfähigen Kosten auf 150.000 Euro pro Wohneinheit.
  • Wer eine geförderte Gebäudeenergieberatung in Anspruch nimmt und dabei einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen lässt oder bereits besitzt oder wer eine Vor-Ort-Energieberatung zwischen 2017 und 2020 durchführen ließ, erhält bei der Umsetzung eines empfohlenen Sanierungsschrittes zusätzlich 5 % zur Basisförderung.
    Beispiel Heizungssanierung: Für den Kauf von Erneuerbare-Energien-Heizungen wie Wärmepumpen gibt es 35 %, bei besonders emissionsarmen Biomasseanlagen erhöht er sich sogar auf 40 % und wer eine alte Ölheizung ersetzt, bekommt nochmal 10 % oben drauf. Kommt noch der iSFP-Bonus dazu, werden für diese Sanierung insgesamt 55 % Förderung gezahlt.
  • Dämmmaßnahmen, neue Fenster und eine Lüftungsanlage mit Wärme- und Kälterückgewinnung ermöglichen 20 % Zuschuss, wobei die förderfähigen Kosten bei 60.000 Euro liegen. Damit kämen vom Staat in diesem Rechenbeispiel 15.000 Euro, das sind 5.000 mehr als im letzten Jahr.
  • Die Einzelmaßnahmen können über mehrere aufeinanderfolgende Jahre hinweg beantragt werden. Auch der iSFP-Bonus kommt jedes Mal erneut zum Zuge.
  • Bei Ein- und Zweifamilienhäusern gewährt der Staat für die Beratung durch Energieeffizienzexperten Zuschüsse in Höhe von 50 % der Kosten, bis zu 5.000 Euro pro Vorhaben.
  • Bei Mehrfamilienhäusern liegt der Zuschuss zur Beratung nun bei bis zu 2.000 Euro pro Wohneinheit, insgesamt bis zu 20.000 Euro.
  • Das BAFA nimmt künftig die Anträge für Einzelmaßnahmen-Zuschüsse an, die KfW die Anträge für die Einzelmaßnahmen-Kredite. Für die Gesamtsanierungen, die Effizienzhaus-Förderung, bleibt ausschließlich die KfW zuständig.

Förderung für Nichtwohngebäude

  • Die BEG unterstützt Unternehmen, gemeinnützige Organisationen und Kommunen mit Fördergeldern für Dämmmaßnahmen, Fenstertausch, energieeffiziente Beleuchtungssysteme, Lüftungsanlagen sowie neue Heizungen in Büro- und Gewerbegebäuden.
  • Bei der Zuschussvariante müssen Unternehmen und Kommunen nicht mehr zwingend einen Kredit aufnehmen, um Fördergelder zu erhalten. Sie können stattdessen einen Investitionszuschuss beantragen und den Rest aus Eigenmitteln finanzieren.
  • Für die drei Standards Effizienzgebäude Denkmalschutz, Effizienzgebäude 100 und Effizienzgebäude 70 sind nun Förderhöhen zwischen 25 und 35 % möglich.
  • Für die neuen Effizienzgebäudestandards 55 und 40 erhalten Sanierer 40 bzw. 45 % Zuschuss
  • Ein zusätzlicher Bonus kann mit der EE-Klasse erreicht werden, d. h. 55 % des erforderlichen Energiebedarfs wird über erneuerbare Energien gedeckt. Alternativ gibt es die Nachhaltigkeits-Klasse, wenn ein zertifiziertes Nachhaltigkeitssystem angewandt wird.
  • Die förderfähigen Kosten steigen um 5 Mio. auf 30 Mio. Euro.
  • Statt bis zu 275 Euro/m² Nettogrundfläche sind nun maximal 2.000 Euro anrechenbar.
  • Die Baubegleitung durch eine Expertin oder einen Experten für Energieeffizienz eröffnet den Zugang zu weiterem Fördergeld: Für eine qualifizierte Baubegleitung gewährt der Staat Zuschüsse in Höhe von 50 % der Kosten. Die förderfähigen Ausgaben sind gedeckelt auf 10 Euro/m² Nettogrundfläche, insgesamt bis zu 40.000 Euro pro Vorhaben. Der Zuschuss wird zusätzlich zu den Geldern der anderen Sanierungsmaßnahmen gewährt.
  • Für Bestandsgebäude sind auch energetische Einzelmaßnahmen förderfähig: Für Dämmmaßnahmen gibt es 20 % Zuschuss, für neue Heizungen je nach Technologie 20-50 %, und wer eine Ölheizung ersetzt, erhält zusätzliche 10 %.

Nichtwohngebäude rücken immer Stärker in den Fokus der Sanierungsbemühungen. Sie stellen zwar nur 20 % der Gebäude, verursachen aber mehr als ein Drittel des Energieverbrauchs in diesem Bereich. Bundesweit gibt es 4 bis 5 Mio. Nichtwohngebäude, davon gehören lediglich 7 % den Kommunen, der große Anteil von 93 % gehört Unternehmen.

Aktuelle Informationen zur energetischen Sanierung von Wohnhäusern gibt es auch auf www.zukunftaltbau.de.

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