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Bremen
Kunsthalle Bremen

~Robert Uhde

Die 1849 eröffnete und bis heute vom Kunstverein in Bremen getragene Kunsthalle Bremen ist das bundesweit bedeutendste Museum in privater Trägerschaft. Auf vier Ebenen zeigt das Haus eine umfassende Sammlung mit Werken aus der Zeit der Renaissance bis in die Gegenwart. Bereits 1998 war der denkmalgeschützte klassizistische Bau aufwendig renoviert worden. Jetzt erfolgten ein weiterer Modernisierungsumbau sowie die Erweiterung um zwei beidseitig an den Hauptbau angefügte Gebäudeflügel. Der Museumsbetrieb wurde am 15. Oktober mit einer Edvard-Munch-Ausstellung wieder aufgenommen.
Vom gegenüberliegenden Wallgürtel her kommend wirkt die vertraute Kubatur der Kunsthalle trotz der deutlichen Erweiterung der Bruttogeschossfläche um rund 5 500 m² auf jetzt 13 000 m² zunächst fast unverändert – so, als hätten die Architekten lediglich einen hanseatisch-zurückhaltenden Rahmen für den Bestand schaffen wollen. Die eigentliche Dimension der beiden in Ebene -1 sowie im 2. OG mit Milchglas und mittig mit hellem Betonwerkstein eingefassten Quader wird erst auf den zweiten Blick sichtbar. Die Aufnahme der Traufhöhe sowie die Weiterführung der horizontalen Geschossgliederung des Bestands in Form von LED-Lichtbändern sorgen für einen engen Bezug zwischen Alt und Neu. Das kontrastreiche Aufeinandertreffen von Minimalismus und Klassizismus wirkt daher nicht erzwungen, sondern erscheint als logische Fortsetzung. Ähnlich überzeugend präsentiert sich auch der erweiterte und komplett neu erschlossene Innenraum. Ein gelungenes Detail ist dabei die Beibehaltung der einstigen Außenmauern mit ihrem historischen Gesims, die jetzt als Innenwände des Neubaus für einen fließenden Übergang sorgen. Um die strenge Symmetrie des Hauses wiederherzustellen, wurde außerdem der im Rahmen des letzten Umbaus im Eingangsbereich geschaffene ovale Deckenausschnitt wieder geschlossen. Das ist gut nachvollziehbar. Doch der offene Raumeindruck und die vielfältigen Sichtbezüge zwischen oben und unten sind damit leider verloren gegangen. Schade eigentlich.
Standort: Am Wall 207, 28195 Bremen Architekten: Hufnagel Pütz Rafaelian, Berlin Wiedereröffnung: August 2011
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