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selbstbestimmt Leben

Wohnprojekt »Festland« für junge chronisch kranke Menschen mit barrierefreier Sanitärausstattung von Geberit
selbstbestimmt Leben

Für junge, chronisch kranke Menschen gibt es kaum passende Wohnformen, die ihnen ein weitgehend unabhängiges, selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Mit dem im November 2020 fertiggestellten Wohnprojekt »Festland« in der Hamburger HafenCity ändert sich das. Geberit unterstützte das beispielgebende Projekt mit Sanitärkeramik und -technik für barrierefreie Bäder.

~Mike Eichler,
Projekt manager Geberit
Vertriebs GmbH

Hamburg Leuchtfeuer, eine gemeinnützige GmbH, realisierte in der Hansestadt ein ungewöhnliches Wohnhaus für junge, chronisch kranke Menschen: »Festland« heißt das Gemeinschaftswohnprojekt mit 27 Ein-, Zwei- sowie Dreizimmerapartments, verteilt auf sieben Stockwerken. Es liegt direkt am Wasser im neuen, künftig grünen und verkehrsberuhigten Quartier Baakenhafen. Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner sind im Dezember 2020 eingezogen.

Durchdachtes konzept

Ulf Bodenhagen, Geschäftsführer von Hamburg Leuchtfeuer, und Jeannine Kontny, die als Bereichsleiterin für »Festland« zuständig ist und bereits vor Ort arbeitet, freuen sich: »Festland bietet jungen Menschen eine Heimat, die trotz körperlicher Einschränkungen selbstbestimmt in einer eigenen Wohnung leben möchten«, sagt Ulf Bodenhagen. Damit das gelingt, ist das komplette Gebäude barrierefrei gebaut. Hinzu kommt ein differenziertes Unterstützungskonzept. Im Haus gibt es viele Gemeinschaftsflächen, z. B. einen großen Raum mit Küche und Sitzecke. Wer im Alltag auf Hilfe oder Pflege angewiesen ist, kann unkompliziert auf Unterstützungsdienste zugreifen. Die auf Menschen mit HIV oder mit anderen chronischen Erkrankungen spezialisierte psychosoziale Beratungsstelle Aufwind, mit der Hamburg Leuchtfeuer vor 25 Jahren begann, hat ihr Büro in separaten Räumlichkeiten des Neubaus bezogen. Einen Pflegedienst können sich die Bewohnerinnen und Bewohner individuell ebenfalls ins Haus holen.

gelebte Realität

»Unser Ziel ist es, den Bewohnern eine möglichst hohe Lebensqualität zu bieten«, fasst Bodenhagen zusammen. »Das gelingt durch wertschätzende Gemeinschaft und Austausch auf Augenhöhe. Außerdem sind ein barrierefreies Umfeld und eine intelligente Haustechnik wichtig, damit die Menschen möglichst selbstbestimmt in ihren Wohnungen und im Gebäude agieren können.«
Bodenhagen erklärt, wie Barrierefreiheit im Konzept der Wohnanlage umgesetzt wird: »Rollstuhlfahrer gelangen ohne Hürden von der Tiefgarage bis in das 7. OG. Alle Balkone sind schwellenlos erreichbar. Wer nicht die Kraft hat, Türen manuell zu öffnen, nutzt eine SmartCard.« Damit muss die Person nur das Lesegerät passieren und Türen, für die sie eine Zugangsberechtigung hat, öffnen sich automatisch. Bauleiter Vincent Grzywaczewski freute sich über die Herausforderung: »Eine voll barrierefreie Immobilie zu errichten, die so viel intelligente Gebäudetechnik enthält, ist schon etwas Besonderes«, sagt er.

Fläche statt Höhe

Nach demselben Prinzip ging Hamburg Leuchtfeuer bei der Planung der barrierefreien Sanitärbereiche vor: Es gibt eine Standard-Ausstattung sowie Nachrüstmöglichkeiten. Bei der Gestaltung der Grundrisse und der Auswahl der Produkte bezog der Bauherr potenzielle künftige Bewohner mit ein. Da viele von ihnen im Rollstuhl säßen, käme es auf großzügige Flächen an, die die nötigen Bewegungsmöglichkeiten böten. Bei der Bemusterung der Sanitärkeramik war eine Rollstuhlfahrerin als Testerin dabei. Der Generalunternehmer ließ dafür den Waschtisch »Geberit Renova Comfort Square« und das spülrandlose Wand-WC »Geberit Renova Comfort« installieren. »Unsere Testerin war begeistert«, erinnert sich Ulf Bodenhagen. Der Waschtisch mit seinem Unterputz-Siphon lässt sich bequem unterfahren. Die Keramik ist so geformt, dass sie sich leicht greifen lässt, um sich festzuhalten oder heranzuziehen. Vorne besitzt das Becken eine erhöhte Zone, die als Ablagefläche dienen kann, auch dann noch, wenn es zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Alle Keramiken besitzen die Spezialglasur »KeraTect«, die eine nahezu porenfreie sowie besonders saubere Oberfläche hat, welche einfach und effizient sauber gehalten werden kann.

Das Renova-Comfort-WC ließ Hamburg Leuchtfeuer in den Wohnungen so montieren, dass es in der Höhe verstellt werden kann. Außerdem zeichnet sich das WC durch seine größere Ausladung aus. Das erleichtert Rollstuhlfahrern, sich vom Stuhl auf die Toilette umzusetzen. Stützklappgriffe sind nur in den zwei öffentlich zugänglichen Sanitärräumen im Haus bereits eingebaut, denn längst nicht jeder benötigt sie. Die nötigen Montageplatten in der Wand sind allerdings in allen Bädern vorgerüstet, sodass sich die Griffe inklusive Fernauslösung bei Bedarf einfach nachrüsten lassen.

Die Installateure montierten gleich eine Zuleitung für ein Dusch-WC, das sich somit ebenfalls später ergänzen lässt. Dazu wird dann beispielsweise der WC-Sitz durch den Dusch-WC-Aufsatz »Geberit AquaClean Tuma« ausgetauscht. Menschen mit Bewegungseinschränkungen können damit die Toilettenhygiene würdewahrend ohne fremde Hilfe bewerkstelligen. Die Steuerung der Komfortfunktionen über eine Fernbedienung trägt ihren Teil dazu bei.

schnelle und sichere Montage

Auch hinter der Wand wurden Geberit-Produkte eingesetzt: Das selbsttragende Vorwand-Installationssystem »Duofix« verbirgt sich hinter Waschtischen und WCs, für das höhenverstellbare WC mit den Montageplatten für Stütz- und Haltegriffe gibt es ein Duofix-Spezialelement für barrierefreie Bäder. Die Register für die Installations- und Schachtsysteme ließen die Fachleute mit dem Geberit-Installationssystem »GIS« industriell vorfertigen und mit bereits montierten Entwässerungsleitungen »Geberit Silent-db20« sowie Versorgungsleitungen »Geberit Mapress Edelstahl« anliefern.

Die industrielle Vorfertigung hat zahlreiche Vorteile: Die Montage auf der Baustelle gelingt schnell, sicher und wirtschaftlich. Alle Anforderungen an Schall-, Brand- und Feuchteschutz sind ab Werk zuverlässig gewährleistet – »Geberit GIS IV« ist im System zertifiziert. Die Entscheidung für die Produkte von Geberit trafen Hamburg Leuchtfeuer und das Planungsbüro gemeinsam. »So stand es dann im Leistungsverzeichnis, das wir erhalten haben«, sagt Bauleiter Vincent Grzywaczewski. »Mit dieser Wahl waren wir sehr glücklich. Unser Installateur arbeitet nämlich auch sonst hauptsächlich mit Produkten von Geberit und schätzt ihre Montagefreundlichkeit, die hohe Qualität und das ansprechende Design. Auch in puncto Schallschutz hat Geberit die Nase vorn.«

Der Bauleiter und seine Fachleute haben ihren Teil zum Gelingen des Projekts geleistet. Das 10,5 Mio. Euro teure, durch Spenden mitfinanzierte Gebäude ist inzwischen eröffnet. Jetzt sind die Bewohner gefragt, es mit Leben und guten Gemeinschaftsideen zu füllen.

Weitere Informationen:
www.geberit.de


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