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Haus der Jugend

Hamburg-Kirchdorf
Haus der Jugend

~Claas Gefroi

Kirchdorf, auf der Elbinsel bei Wilhelmsburg gelegen, ist für die Hamburger nördlich der Elbe eine Terra incognita; höchstens von der Hochhaussiedlung Kirchdorf Süd hat man (zumeist Negatives) gehört. Dabei ist der Stadtteil facettenreich und weit besser als sein Ruf. Es gibt Schrebergartengemütlichkeit, ganz normale Einfamilienhausquartiere und idyllische Landschaften, allerdings auch Probleme, v. a. im Bildungsbereich. Im Zuge der Internationalen Bauausstellung 2013 soll eine »Bildungsoffensive« die Situation verbessern. Als erstes Projekt wurde nun der Neubau für das örtliche Haus der Jugend fertiggestellt.
Es ist ein bemerkenswertes Gebäude geworden – ein bewegter, kraftvoller Baukörper, ein Aufbruchsignal aus Beton und Glas. Wunderbar, wie sich Außen- und Innenraum miteinander verweben: Die Skaterbahn vor dem Gebäude geht über in einen giftgrünen, ins Gebäudevolumen geschnittenen Sportplatz, eine Außenfassade wurde als gefaltete Kletterwand gestaltet, im Innern nehmen Oberlichter immer wieder Verbindung zum Himmel auf. Die skulpturale Großform ergibt sich konsequent aus der additiven Reihung der Funktionen; so sind eine Erschließungsrampe sowie die Halfpipe außen ablesbar. Konsequent wurde zwischen offenen und geschützten Bereichen differenziert: Die Flure sind licht und weit, das Café (EG) und die Turnhalle (1. OG) wurden mit viel Glas versehen. Die Arbeits- und Sozialräume hingegen bleiben den Blicken durch einen geringeren Fensteranteil und die weniger exponierte Lage eher verborgen. Feinfühlig ist das nicht eben kleine Gebäude ins Umfeld gebettet worden: So wurde die Kurve der vorgelagerten Straße durch Fassadenknicke nachvollzogen, ein Vorplatz geschaffen und Material und Höhe der benachbarten Maximilian-Kolbe-Kirche aufgenommen.
Dieses Jugendzentrum ist mit Sicherheit ein wegweisendes Schlüsselprojekt für einen bislang nicht eben verwöhnten Stadtteil. Ist von der IBA bislang noch wenig zu sehen, hier wird die Lust auf mehr geweckt.
Standort: Krieterstraße 11, 21109 Hamburg Architekten: Kersten + Kopp Architekten, Berlin Fertigstellung: September 2010; Einzug: Oktober 2010
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