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Einkaufszentrum »Stücki«

Basel
Einkaufszentrum »Stücki«

~Hubertus Adam

Die Eröffnung einer neuen ECE-Mall verspricht in architektonischer Hinsicht gemeinhin wenig Erbauliches. Dass es sich in Basel anders verhält, hat wohl damit zu tun, dass ECE das Projekt erst ein halbes Jahr vor Fertigstellung übernommen hat.
32 000 m² Geschäftsfläche, aufgeteilt auf 120 Ladengeschäfte, ein Hotel mit 140 Zimmern, 6 000 m² Bürogeschosse, außerdem Stellplätze für 800 Autos – so lautete das Raumprogramm für das Einkaufszentrum »Stücki«, das seinen Namen von der einstmals hier ansässigen Basler Stückfärberei erhalten hat. Der nördliche Basler Stadtteil Kleinhüningen, der an Frankreich und Deutschland grenzt, ist seit jeher von Industrie und Infrastruktur geprägt; auf diese raue städtebauliche Situation galt es zu reagieren – und Diener & Diener tun dies souverän, indem sie das große Volumen, das sich auf dem langgestreckten, nord-süd-orientierten Areal aufspannt, mit vier monumentalen Turmkörpern im Stadtraum verankern. Diese Türme beherbergen die Klimatechnik, weil das Dach als Ausgleichsmaßnahme begrünt werden musste. Während Süd- und Westfassade des Stücki mit an Drähten gezogenen Rankpflanzen dekoriert sind, zeigt sich entlang der Badenstraße im Osten die Härte und Größe des Komplexes in suggestiver, unverblümter Eindringlichkeit. Doch auch das Innere der Mall mit ihren zwei parallelen, durch Stichgänge miteinander verbundenen Passagen darf durchaus als gelungen betrachtet werden: Lichthöfe sind in das Volumen gestanzt, weitere runde Lichtöffnungen lassen im Zusammenspiel mit den Deckenverkleidungen und den aufwendigen LED-Installationen, welche nachts auch die Türme in weithin leuchtende Zeichen verwandeln, eine spielerische Atmosphäre entstehen, die an die Ästhetik der 70er Jahre erinnert. Selbst wer Shopping-Malls nicht liebt: Nach der Sihlcity von Theo Hotz in Zürich und dem Westside von Daniel Libeskind in Bern ist das »Stücki« das dritte Schweizer Beispiel seiner Art, das den Besuch nicht nur der Waren wegen lohnt.
Standort: Badenstraße 5 Architekten: Diener & Diener Architekten, Basel (CH) Eröffnung: September 2009
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