»von dekorativem ballast befreit«

»Etwas Leichtes« wünschte sich die österreichische Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, Claudia Schmied, für ihr Amtszimmer. Deshalb machte sich Peter Noever, Designer und Direktor des Museums für Angewandte Kunst, eifrig an die Arbeit. Er verwandelte den Raum in einen Showroom für Designermöbel vor barockem Hintergrund, ausgestattet mit individuell steuerbarem Lichtsystem. Alles steht auf einem Teppich, der mit Zitaten österreichischer Dichter garniert ist. Die Pressemitteilung feiert das Ergebnis als Befreiung vom dekorativen Ballast im »Spannungsfeld zwischen Tradition und Experiment, Moderne und Zeitgenössischem«. Die Kosten beliefen sich laut Tageszeitung »Der Standard« auf 38 000 Euro, da bis auf eine vom MAK geliehene Mies-Liege alles neu gekauft wurde. Der zeitgenössischen Architektur trug die Ministerin und erfahrene Bankerin zuletzt Rechnung, als sie ihre Bereitschaft erklärte, einen mit 5500 Euro dotierten Baukultur-Award ins Leben zu rufen und die Empfehlungen des ersten österreichischen Baukulturreports – mehr Architekturvermittlung, mehr Bewusstsein für die Baukultur bei politisch Verantwortlichen – »soweit möglich« umsetzen zu wollen. ~red