thrakerstadt erwacht zum leben

Bulgarien soll eine spektakuläre Touristenattraktion bekommen: Im Koprinka-Stausee, zweihundert Kilometer östlich von Sofia, soll die thrakische Siedlung Seuthopolis (von 323–270 v. Chr. Regierungssitz des Königs Seuthes III.) wieder ans Tageslicht kommen. Sie war 1948 entdeckt und umfassend erforscht worden, musste aber 1954 aufgegeben werden, da der See geflutet wurde. Jetzt hat der bulgarische Star-Architekt Jeko Tilev Planungen vorgelegt und vom Innenministerium genehmigt bekommen, einen zwanzig Meter hohen Betonring um die Stadt zu legen und sie so wieder zugänglich zu machen. Dafür muss der Wasserspiegel um zwei Meter abgesenkt werden, die Erschließung stellt sich Tilev mit Booten und Aussichtsplattformen vor, von denen Lifte nach unten gehen. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf eine Mio. Euro, Investoren werden noch gesucht. Bislang interessieren sich ein niederländisches und ein griechisches Unternehmen dafür. Und natürlich gibt es Stimmen, die das Geld lieber für einen anderen Zweck verwendet sähen. Tilev wehrt sich übrigens dagegen, dass das Projekt aus der nationalistischen Ecke hochstilisiert wird. Die Bulgaren seien keineswegs direkte Nachfolger der (schöngeistigen) Thraker. ~dr