Stadt entwerfen

Grundlagen, Prinzipien, Projekte. Von Leonhard Schenk, 355 S., zahlreiche Farbfotos und Zeichnungen. Hardcover, 49,95 Euro, Birkhäuser Verlag, Basel 2013

~Franziska Puhan-Schulz

Endlich ein gut strukturierter Überblick: »Stadt entwerfen« von Leonhard Schenk, HTWG Konstanz, erläutert die wichtigsten Ordnungs- und Gestaltungsprinzipen im Städtebau: Beginnend mit den Sehgesetzen Edgar Rubins über Geometrien, Collagen, Gitter und Kreisfiguren bis hin zu Stadtbausteinen und der Beziehung der Teile zum unverwechselbaren Ganzen.
Anhand ausgewählter historischer Beispiele zeigt der Autor, dass man die Grundprinzipien der Raumplanung nicht immer neu erfinden muss. Beispiele internationaler, zeitgenössischer Wettbewerbsbeiträge von Büros wie Foster + Partners, OMA, Studio Daniel Libeskind, Zaha Hadid Architects u. a. sind vom computergestützten Entwerfen und Trends in der Raumnutzung beeinflusst. Schenk schreibt folgerichtig: »Städtebau kann auch als eine Kunst der Wiederholung und Variation beschrieben werden« (S. 166).
Zudem erhalten die Erschließungssysteme in der Schenk’schen Raumplanungsanalyse ein eigenes Kapitel, worin z. B. Gabelungsnetze und Sackgassennetze sowie Stichstraßennetze und Erschließungsnetze differenziert werden, auf deren Kombinationsmöglichkeiten außerdem hingewiesen wird. Besonders anschaulich ist auch das Kapitel über »Stadtraum« – den Raum zwischen den Gebäuden –, welcher Platz, Straßenraum und Grün- bzw. Freiraum oder Wasserfläche sein kann.
Übersichtlich wird sowohl die klassische Art zu planen in Zeichnungen und Modellen präsentiert als auch neue, computergestützte Methoden wie das »parametrische Entwerfen«. Veränderbare Parameter beeinflussen hierbei den Entwurf automatisch, was im Einzelfall helfen soll, eine gute Lösung zu finden.
Schenks Grundlagenwerk endet mit drei realisierten, klug ausgewählten Praxisbeispielen: HafenCity Hamburg, Belval/Esch-sur-Alzette in Luxemburg und Südstadt Tübingen. Das Werk liest sich flüssig und die zahlreichen Abbildungen bereichern das Bildgedächtnis des angehenden Planers oder interessierten Laien. Wertvoll nicht nur für Berufseinsteiger, sondern auch für Lehrkräfte.