CADDER V20

Software unter der Lupe

CADDER V20

Die erste Ausgabe von CADDER erschien bereits 1988, womit das Programm zu den »Veteranen« der hier zu Lande erhältlichen Hochbau-CAD-Systeme zählt. Schon die Grundversion enthält umfangreiche Symbolbibliotheken, berechnet Flächen (nach DIN 277 und WoFlV) sowie umbauten Raum und erlaubt es, digitale Gelände- modelle und Visualisierungen zu erstellen. Ergänzend bietet der Hersteller Reico Zusatzmodule für Holzbau, Stahlbau, Massenermittung (inklusive Raumbuch) und Kostenberechnung an.
Oberfläche und Bedienung Das im Sommer dieses Jahres fertig gestellte CADDER V20 wurde in vielerlei Hinsicht verbessert und erweitert. Der Oberfläche des Programms sieht man die Aktualität jedoch nicht an. Im Gegenteil, denn wäre da nicht die Windows-Titelleiste, könnte man CADDER nach dem Programmstart glatt für eine DOS-Software halten: Links befindet sich eine Menüspange mit einer Reihe von grafisch schlicht gehaltenen, beschrifteten Schaltflächen; am unteren Rand gibt es zwei Textzeilen, von denen eine zur Werteingabe dient. Und auch während der Arbeit mit dem Programm begegnet einem die Win- dows-Optik nur selten in Form einiger weniger Dialogfenster. Wer auf den »Sex-Appeal« von Software im aktuellen Windows XP-Look Wert legt, ist bei CADDER also an der falschen Adresse.
Der Software schon deshalb von vornherein jegliche Benutzerfreundlichkeit abzusprechen, würde CADDER aber nicht gerecht. Betrachtet man die Oberfläche des Programms einmal unvoreingenommen, so sind durchaus einige Pluspunkte auszumachen: Die schmale Menüspange lässt viel Platz zum Zeichnen und ist im Gegensatz zu frei platzierten Werkzeugpaletten nie im Weg. Häufig benötigte Funktionen und Einstellungen sind direkt zugänglich, solange man sich in einem bestimmten Arbeitsbereich befindet, zum Beispiel bei der Eingabe von Wänden. Um in einen anderen Bereich zu gelangen – beispielsweise in die Visualisierung – benötigt der Anwender aber meist mehrere Mausklicks. In manchen Fällen kommt er alternativ über Tastatur- befehle direkt ans Ziel; einige Funktionen oder Einstellungen lassen sich gar ausschließlich über die Tastatur aufrufen – dies ist zwar nicht »intuitiv«, aber sehr schnell. CADDER lässt sich nach entsprechender Einarbeitung also mindestens ebenso zügig bedienen wie vergleichbar leistungsfähige CAD-Systeme mit modernerer Oberfläche.
Es darf allerdings bezweifelt werden, dass sich Einsteiger oder gelegentliche Nutzer dank der Textschalter von CADDER grundsätzlich leichter im Programm zurechtfinden – auch wenn der Hersteller dies behauptet. Denn ob ein Icon oder eine Beschriftung verständlicher ist, hängt auch von der Qualität der Umsetzung ab. So lässt sich manche Funktion durch einen Text eindeutiger beschreiben, manch andere dagegen einfacher und klarer symbolisch darstellen. Einen sofort einleuchtenden Vorteil haben die Textschalter aber auf jeden Fall: Ihr »Name« ist direkt erkennbar, wodurch bei einem Telefonat mit der Hotline umständliche Erklärungen entfallen (wie zum Beispiel: »Klicken Sie auf das Material-Icon« »Material-Icon? Welches ist denn das?« »Dieses eher gelbliche, ziemlich oben, etwas links von der Mitte, sieht so ähnlich aus wie ein …«). Dieser Eindeutigkeit steht der geringe Wiedererkennungswert der Textschalter entgegen, so dass es doch einer längeren Gewöhnungsphase bedarf, ehe man sich in umfangreicheren Menüs schnell zurechtfindet. Die Orientierung wird nicht zuletzt auch dadurch erschwert, dass zum Beispiel das Untermenü »Details« in verschiedenen Bereichen auftaucht. Während dieses aber bei den 2D-Zeichenfunktionen zusätzliche Bearbeitungsfunktionen enthält, bietet es im Bereich »Fenster« Optionen für die Darstellung an und ist beim »Dach« wiederum für die Eingabe von Schalung, Rinne und Ringbalken zuständig. CADDER ließe sich in puncto Einsteigerfreundlichkeit also zweifellos noch deutlich verbessern, auch ohne dass das Programm dazu gleich komplett umgekrempelt werden müsste.
Handbuch und Hilfe CADDER wird mit einem Handbuch-Ordner ausgeliefert, der ca. zweihundert einseitig bedruckte DIN A4- Seiten umfasst. Leider sind die Seiten nicht nummeriert und auch ein Stichwortregister fehlt, so dass man auf der Suche nach bestimmten Informationen blättern muss. Bei einigen Funktionen wird man aber auch dann nicht fündig, da die entsprechenden Erläuterungen schlichtweg fehlen. Davon abgesehen überzeugt das Handbuch durch knappe, gut verständliche Beschreibungen und viele Abbildungen.
Dasselbe gilt für den rund dreißigseitigen Schnelleinstieg mit Installationshinweisen, Grundlagen der Bedienung, knappen Arbeitsanleitungen zu den wichtigsten Themen und einer Übungsaufgabe.
Die Online-Hilfe ist inhaltlich mit dem Schnelleinstieg identisch. Eine aus CADDER heraus aufrufbare Direkthilfe zu bestimmten Funktionen gibt es leider nicht.
Konzept und Struktur CADDER arbeitet mit einem 3D-Gebäudemodell; Eingaben und Änderungen können jedoch vollständig in der 2D-Plandarstellung des Grundrisses erfolgen. Ein Projekt besteht aus beliebig vielen Plänen, wobei ein Plan üblicherweise alle Elemente eines Geschosses enthält. Eine zusätzliche Aufteilung, beispielsweise in Bauabschnitte, ist jedoch genauso möglich. Damit ein Gebäude als ganzes visualisiert werden kann (Ansichten, Schnitte, Fotorealistik), wählt der Anwender die dafür benötigten Pläne in der so genannten Etagenverwaltung aus. Gleichzeitig ist damit festgelegt, welche Pläne bei der Ausgabe der Baukosten berücksichtigt werden. Des Weiteren lassen sich verschiedene Pläne (und Bilder) zu einem Gesamtplan zusammenstellen. Allerdings arbeitet CADDER hierbei nicht assoziativ, sondern fügt einfach die einzelnen Inhalte in einem neuen Plan zusammen. Lediglich ein Plan lässt sich als externe Referenz hinterlegen und wird dann bei Änderungen in der Originaldatei automatisch aktualisiert.
Mit CADDER erzeugte Schnitte sind ebenfalls nicht assoziativ und müssen nach Änderungen deshalb gegebenenfalls neu generiert werden. Anders ist dies bei den Details, die dynamisch mit dem zugrunde liegenden Grundriss oder Schnitt verbunden bleiben. Möchte der Anwender ein Detail jedoch bemaßen oder mit zusätzlichen Schraffuren versehen, muss dessen Assoziativität zunächst durch Umwandeln in »dumme« Linien aufgehoben werden.
Der Datenaustausch mit anderen CAD- Programmen kann in den Formaten DXF (2D und 3D), 3DS (nur Import), DWG und HPGL (beide nur Export) erfolgen. Die Übergabe von Massen an die AVA (CADDER bevorzugt die Software von Heitker) ist durch Listen im ASCII-Format möglich, die bei Bedarf auch in Microsoft Excel eingelesen werden können.
Bauteile Wie von einem CAAD-System nicht anders zu erwarten, bietet CADDER die für den Hochbau unentbehrlichen Bauteile wie Wände, Fenster und Türen, Treppen, Decken und Dächer an. Diese sind allesamt 3D-Elemente. Dass sich im Hauptmenü des Programms nur die drei erstgenannten finden, während der Rest im Untermenü »3D« untergebracht ist, scheint – wie bei einigen anderen über die Jahre gewachsenen Programmen – nicht logisch, sondern historisch bedingt.
Wände
Neben einschaligen Wänden kennt CADDER in der Grundversion solche mit außen liegender Wärmedämmung sowie die mehrschalige Ausführung mit Wärmedämmung, Luftschicht und Vormauerung. Mit dem Ergänzungspaket »Holz-/Fachwerkbau« stehen auch die für diesen Bereich benötigten Wandausführungen zur Verfügung.
Die Wände verlaufen entweder gerade oder in Form eines Kreisbogens, wobei die Dicke grundsätzlich über die gesamte Wandfläche konstant ist; möglich sind hingegen oben abgeschrägte Wände. CADDER erlaubt hinsichtlich der Wandformen also keine Extravaganzen, deckt aber das konventionelle Spektrum sehr gut ab. Als Nachteil kann man es allerdings empfinden, dass CADDER im Massivbau Stützen nicht als eigenständige Bauteile anbietet. Denn Stützen als Wandstücke einzugeben, kann bei größeren Stückzahlen schnell lästig werden; Rundstützen lassen sich gar nur mit einigen »Verrenkungen« (und eher notdürftig) konstruieren.
Positiv hervorzuheben sind die verschiedenen Änderungsfunktionen, mit denen Wände komfortabel verschoben, verbunden oder geteilt werden können. Zudem lässt sich die Wanddicke nachträglich problemlos ändern oder der komplette Wandaufbau auswechseln. Sehr praktisch ist in diesem Zusammenhang auch die in Version 20 hinzugekommene Möglichkeit, den bemaßten Grundriss zu ändern, indem man einfach die Maßzahlen überschreibt. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Lage und Abmessungen von Fenster- und Türöffnungen bequem modifizieren.
Fenster und Türen
CADDER bietet eine große Auswahl unterschiedlicher Fenster- und Türtypen. Wem die vorgegebenen Fensterformen dennoch nicht ausreichen, der kann in der neuen Version eigene Formen über eine 2D-Strichzeichnung definieren. Kontur und Sprossen lassen sich dabei aus beliebigen geraden, gebogenen oder auch frei gekrümmten Abschnitten zusammensetzen. Außerdem erlaubt es CADDER V20, in einer Wand mehrere Fenster übereinander zu setzen.
Sowohl bei den Fenstern als auch bei den Türen bietet die Software sehr differenzierte Einstellmöglichkeiten, auch was die Einbausituation inklusive Rollladenkasten und Fensterbänken betrifft. Auf Wunsch erzeugt das Programm sogar die passenden Klappläden (selbst zu frei geformten Fenstern), die allerdings nur zur Visualisierung verwendet werden.
Was man im Vergleich zu verschiedenen Konkurrenzprodukten bei CADDER vor allem im Bereich der Fenster und Türen vermisst, ist eine Möglichkeit, den Grad der Detaillierung bei der Plandarstellung von Bauteilen ein- und »per Knopfdruck« umzustellen.
Die zahlreichen Parameter der Fenster und Türen lassen sich in einem mehrseitigen Windows-Dialogfenster einstellen und bleiben damit recht gut überschaubar. Ebenfalls hilfreich ist die in diesem Dialog eingeblendete 3D-Darstellung des Bauteils. Noch schöner wäre es, wenn alternativ auch ein horizontaler und vertikaler Schnitt angezeigt werden könnten, da die Auswirkungen verschiedener Parametereinstellungen dann besser erkennbar wären.
Treppen
Bei den Treppen findet sich ein entsprechender Dialog, die Zahl der Parameter fällt hier aber deutlich geringer aus. CADDER kennt nur Massivtreppen ohne Wange; es ist aber immerhin möglich, die Stärke der Unterkonstruktion auf Null zu setzen und so eine offene »Nur-Stufen-Treppe« zu erzeugen. Unterschiedliche Auflager werden nicht angeboten und auch auf die Gestalt des Geländers hat der Anwender nur geringen Einfluss. In der Praxis wird er letzteres aber wohl allenfalls bei der Visualisierung vermissen. Hinsichtlich der Treppenform kann der Planer aus allen gängigen Typen wählen; durch »Abschneiden« entlang beliebiger Linien oder Kurven lassen sich aus diesen (mit gewissen Einschränkungen) auch frei geformte Treppenläufe erzeugen.
Dächer
Die Konstruktion von Dächern gehört zweifellos zu den Stärken von CADDER. Das Programm beschränkt sich nicht auf reine Dachflächen, sondern bietet »alle Schikanen«, wie den kompletten Dachstuhl, Gauben, Dachflächenfenster und Rinnen. Die Basisformen Pult-, Sattel-, Walm-, Krüppelwalm, Mansard- und Tonnendach lassen sich bei Bedarf zu komplexen Dachlandschaften verschneiden.
Bei der Arbeit mit dem Dachmodul zeigt sich das Programm recht »intelligent« und unterstützt den Anwender durch verschiedene Automatiken. Da sämtliche Eingaben im Grundriss erfolgen, gelangt auch der unerfahrene Anfänger schnell zu brauchbaren Ergebnissen. Das größte Problem für den Neuling besteht hier – wie auch in einigen anderen Bereichen – darin, die spezielle Funktion oder Einstellung in den diversen Untermenüs aufzuspüren.
Hin und wieder, zum Beispiel beim Verschneiden von Dachflächen, vermisst man eine rasche 3D-Ansicht, um das Ergebnis sofort kontrollieren zu können. Zwar kann der Anwender jederzeit in die isometrische Ansicht umschalten, doch ist diese als Drahtgitter-Modell für diesen Zweck oft zu unübersichtlich. Für die besser geeignete Hidden-Line-Ansicht oder die fotorealistische Darstellung muss der Planer jedoch das Dachmodul verlassen und das 3D-Modell zunächst durch »Aktualisieren« auf den neusten Stand bringen.
Visualisierung Das Visualisierungsmodul ist bereits im Grundpaket von CADDER enthalten. Es bietet eine schattierte, texturierte Darstellung und arbeitet – je nach Rechnerleistung und Komplexität des Gebäudemodells – mehr oder weniger in Echtzeit. Auf Wunsch werden auch Schlagschatten dargestellt, was die Berechnungsdauer aber deutlich verlängert. Die drei verfügbaren Qualitätsstufen beeinflussen die Darstellungsgenauigkeit der Texturen; eine Option zur Glättung von »Pixeltreppen« an schräg verlaufenden Kanten gibt es nicht.
Bilder können mit einstellbarer Auflösung entweder direkt ausgedruckt oder als BMP, JPEG oder TIFF auf der Festplatte abgelegt werden.
Der Anwender kann verschiedene Kamerastandpunkte speichern, die aber zunächst einmal durch Drehen, beziehungsweise »Durchwandern« des 3D-Modells eingestellt werden müssen. Bei Außenansichten des Gebäudes kann man damit zurechtkommen, eine vernünftige Visualisierung von Innenräumen ist auf diese Weise praktisch nicht realisierbar. Auch weil sich – abgesehen von einer globalen Lichtrichtung – keinerlei Lichtquellen setzen lassen und der Blickwinkel (Brennweite) nicht verändert werden kann. Den Ansprüchen an eine professionelle Präsentationen genügt CADDER also nicht; hierzu sollte man die Gebäudegeometrie via 3D-DXF-Export an eine spezialisierte Visualisierungssoftware übergeben. Das Programm eignet sich aber beispielsweise dazu, schnell verschiedene Material- und Farbvarianten am Bildschirm durchzuspielen, da sich Oberflächentex- turen direkt in der 3D-Darstellung per Mausklick (temporär) austauschen lassen.
Massen und Kosten Die integrierte Baukostenberechnung ist vielleicht das hervorstechendste Merkmal von CADDER. Grundsätzlich sind alle Bauteile mit Materialien und zugeordneten Preisen verknüpft, so dass die zu erwartenden Kosten des Gebäudes jederzeit per Tastendruck abrufbar sind. Basis der Kostenberechnung ist die Bauleistungsdatenbank. Hier sind bereits im Auslieferungszustand gemittelte Preise für viele gängige Leistungen hinterlegt, die der Anwender individuell anpasst und ergänzt.
Bei der Massenberechnung berücksichtigt CADDER die VOB, gibt wahlweise aber auch die für die Materialbestellung benötigten Mengen aus. Das Programm ist auch »intelligent« genug, aus der Datenbank den zur gezeichneten Dicke einer Wand passenden Preis in die Kostenberechnung einzusetzen. Damit ist zum einen gewährleistet, dass je nach Wandstärke Quadratmeter oder Kubikmeter als Mengeneinheit verwendet werden. Zum andern lassen sich dadurch auch eventuelle Fehler in der Zeichnung feststellen, da in der Berechnung undefinierte Kostenpositionen auftauchen, wenn beispielsweise die gezeichnete Wandstärke für das ausgewählte Material gar nicht zur Verfügung steht.
Allerdings wünscht man sich besonders bei umfangreicheren Planungen zusätzliche Kontrollmechanismen. Denn CADDER behandelt Materialzuordnung und Plandarstellung weitgehend unabhängig voneinander, wodurch sich zum Beispiel nicht sicherstellen lässt, dass eine in der Zeichnung (durch die entsprechende Schraffur) ausgewiesene Stahlbetonwand auch in der Kostenberechnung als solche berücksichtigt ist. Auch die von CADDER angebotenen Massenlisten helfen bei der Überprüfung der Konsistenz zwischen Zeichnung und Kostenberechnung nur bedingt weiter. So liefert die Wandliste zwar nachvollziehbare Rechenansätze und optional durch eine Nummerierung der korrespondierenden Wandstücke im Plan einen eindeutigen Bezug zur jeweiligen Berechnungszeile, Angaben zum Material, anhand deren eventuelle Inkonsistenzen zwischen Plangrafik und Kostenberechnung festgestellt werden könnten, fehlen hier jedoch leider. Die nach Leistungspositionen zusammengefassten Ausgabelisten der Kostenberechnung eignen sich ebenfalls nur sehr eingeschränkt zur Planprüfung, da hier eine differenzierte Gliederung mit direktem Bezug zum einzelnen Bauteil fehlt.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Die integrierte Kostenberechnung von CADDER ist zweifelsohne eine feine Sache – insbesondere in Kombination mit einem fehlerfrei arbeitenden Anwender. Und selbst wenn es (durch Versäumnisse des Anwenders) zu Diskrepanzen zwischen gezeichneter und kalkulierter Planung kommen sollte, ist dies in aller Regel immer noch wesentlich besser, als wenn Bauteile in der Kostenberechnung erst gar nicht berücksichtigt wurden. Die Tücken liegen vielmehr darin, dass der Anwender geneigt ist, aufgrund der fehlerfreien und absolut VOB-konformen Berechnung des Programms auf die hundertprozentige Richtigkeit des Ergebnisses zu schließen. Zudem verfügt CADDER nicht über geeignete Mittel, mit denen der seiner eigenen »Fehlbarkeit« bewusste Benutzer eventuelle Fehler mit relativ geringem Aufwand aufspüren könnte. Dabei dürfte es dem Hersteller relativ einfach möglich sein, den Komfort des Programms in dieser Hinsicht zu verbessern.
Fazit Auch wenn es die leicht antiquierte Programmoberfläche kaum vermuten lässt: CADDER überzeugt durch eine solide Funktionalität mit vielen praxisgerechten Details und Finessen, auf die im Rahmen dieses Berichts nur zu einem Bruchteil eingegangen werden konnte. Das Programm hat seine Stärken in der effizienten Eingabe- und Ausführungsplanung, wobei der Schwerpunkt auf kleinen bis mittelgroßen Bauvorhaben liegt.
CADDER erlaubt es grundsätzlich, Projekte sehr zügig zu bearbeiten – egal ob bei der Eingabe oder bei Änderungen. Durch ein paar kleinere Verbesserungen, wie zum Beispiel eine flexiblere Mehrfachauswahl, ließe sich die Produktivität vor allem bei größeren Projekten noch steigern.
Unter einem »intuitiven Arbeiten«, wie vom Handbuch versprochen, dürfte ein moderne Windows-Software gewöhnter CADDER-Neuling allerdings etwas anderes verstehen. Dabei stört weniger die Notwendigkeit, sich erst einmal verschiedene Tastaturkommandos merken zu müssen, denn diese hat man doch recht schnell intus. Lästig ist vielmehr, dass sich die Suche nach einer bestimmten Funktion oder Einstellung recht zeitraubend gestalten kann, weil man durch bloße Intuition hier eben nicht immer weiterkommt. Nerven schonender, Zeit sparender und angenehmer ist es, in solchen Fällen erst gar nicht lange zu suchen, sondern gleich die Hilfe der freundlichen und kompetenten Damen der Reico-Hotline in Anspruch zu nehmen. Kostenlosen telefonischen Support beim Einstieg bietet der Hersteller übrigens auch den Nutzern der Probeversion – ein Service, der Schule machen sollte. jr
Reico
Wilhelmstraße 4, 34117 Kassel
Tel. (0561) 71724, Fax (0561) 107539
Preise:
Grundprogramm: 2980 Euro
Ergänzungspaket Holz-/Fachwerkbau: 1480 Euro
Ergänzungspaket Stahlwerkbau: 2980 Euro
Ergänzungspaket Massen und Mengen: 1980 Euro
Ergänzungspaket Baukosten: 1480 Euro
Servicevertrag (telefonischer Support und Updates): 89 Euro pro Monat
Erprobungsversion: kostenlos downloaden, auf CD 50 Euro