risse im eisenman-denkmal

Zwei Jahre nach der Einweihung des Denkmals für die ermordeten Juden Europas hat nicht nur die glatte Betonoberfläche in mehreren hundert der 2711 Stelen Risse. Auch seine beabsichtigte Wirkung und das Gelände, auf dem es steht, sind nicht ganz so würdevoll wie geplant. Das zeigt die Dissertation »A Monumental Mockery« der australischen Künstlerin Simone Mangos, die in Buchform vorliegt und bis 4. November im Berliner Museum für Fotografie durch eine Ausstellung mit Fotografien, Plänen, Luftaufnahmen, Zeitungsausschnitten und historischen Fotos ergänzt wird. Mangos stellt fest, dass die Entstehung des Denkmals von Halbwahrheiten und Ungeschicklichkeiten begleitet war und es außerdem seiner Aufgabe, die Nachkommen der Täter an die Ungeheuerlichkeiten während des Dritten Reiches mahnend zu erinnern, nicht gerecht wird, weil die Architektur zu unverbindlich ist. So dient(e) es häufig müden Touristen als Ruhezone, bierseligen WM-Fußballfans als Urinal und hyperaktiven Großstädtern als Hüpfburg. ~red