Reflexionen über Metropolen

~Dirk Meyhöfer

Vor einem Jahr wurde die IBA Hamburg 2013 ins Leben gerufen. Mit ihr wird der sogenannte Sprung über die Elbe nach Wilhelmsburg endgültig manifestiert. Zwei Ausstellungen (»IBA meets IBA«, ein Rückblick auf die Geschichte der IBA, und »IBA at Work« mit den ersten Projekten) sowie der Kunst- und Kultursommer waren die ersten Zeichen für neues Inselleben. Der Jahresabschlusskongress »Metropole: Reflexionen« mit 400 Teilnehmern wurde ganz programmatisch Anfang Dezember in einem ortsspezifischen türkischen Hochzeitshaus abgehalten und brachte konkrete inhaltliche Anhaltspunkte für die Bauausstellung, die sich endgültig 2013 präsentieren wird. Die Fixierung der IBA auf die drei Schwerpunkte »Kosmopolis« (als Chance der internationalen Stadtgesellschaft), »Metrozonen« (eine etwas unglückliche Formulierung für die Peripherie und die Zwischenstadt) sowie »Stadt im Klimawandel« deutet an, dass die Richtung eher Mikropolis als Metropolis ist, dass es eher auf Stadtreparatur und bürgernahe Stadtentwicklung geht als um die große Marketingshow einer Landmarkenarchitektur.
Diese IBA soll etwas Neues entwickeln und den Anschluss zum wirklichen Stadtleben schaffen, lautete die zentrale Botschaft der abschließenden Podiumsdiskussion. Wilhelmsburg braucht weniger eine großartige neue Mitte, um Stadt zu spielen, sondern Angebote an die Lebens- und Bildungsqualität der Insulaner. Sehr eindrucksvoll bewiesen auf diesem Kongress Anrainer eine neue Partizipationskultur oder den Weg dahin. »Wir wollen an die ungehobenen Schätze des Archipels Wilhelmsburg: Wo ist das neue Suchraster?« hieß es.