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Quo vadis, Baugeschichte?

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Quo vadis, Baugeschichte?

~Karl R. Kegler

Mit der Umstellung der traditionellen Diplomstudiengänge auf die Abschlüsse »Bachelor« und »Master« geraten an allen deutschen Universitäten die Studienpläne für Architektur in Bewegung. Wie grundsätzlich die Fragen sein können, die mit dieser Umstellung aufgeworfen werden, verdeutlichte vor einiger Zeit eine Stellungnahme des Wissenschaftsrates. Als Gremium, das Bund und Länder bei der Entwicklung von Wissenschaft und Forschung berät, stellte der Rat die Frage, ob »forschungsschwache« Disziplinen wie Architektur überhaupt noch an Universitäten angesiedelt sein sollten. Wird der akademisch umfassend gebildete Architekt so zum Auslaufmodell?
Vor dem Hintergrund dieses düsteren Szenarios versammelten sich Anfang November die Vertreter der deutschsprachigen Baugeschichte zu einer Tagung in Aachen und berichteten von ihren Erfahrungen mit der Einführung der neuen Studiengänge. Dieser Überblick offenbarte verwandte Probleme sowie eine große Bandbreite von Lösungen. Die Ansätze reichten von der klassischen Beschäftigung mit historischen Bauten bis zu Fragen medialer Architektur, der Baugeschichte außerhalb Europas oder zur Bedeutung der Denkmalpflege im Strukturwandel. Einig waren sich die Bauhistoriker darin, dass mit der Umstellung der Architektenausbildung ihrer Disziplin eher eine wachsende Bedeutung zukommen werde. In den sechssemestrigen Bachelorstudiengängen für Architektur wird die Baugeschichte künftig unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen folgen. Daran schließen sich Masterprogramme an, die durch Aufbaustudiengänge etwa für Denkmalpflege oder Bauforschung ergänzt werden können. Der Studienanfänger wird sich einen genauen Überblick verschaffen müssen und zwischen sehr spezifischen Angeboten auswählen können. Auf der Homepage des Aachener Instituts für Baugeschichte wird in Kürze eine Dokumentation der Tagung und der formulierten Studienempfehlungen bereitgestellt.
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