Uni-Cafeteria in Berlin-Dahlem

Probieren und studieren

Mit wenig Geld, aber viel Fantasie gelang es der Architektin, die im Souterrain gelegene Universitäts-Cafeteria von ihrem »Kellerimage« zu befreien. Ein neues Farbkonzept, eine unkonventionelle Möblierung und vor allem mehr Tageslicht haben die Aufenthaltsqualität entscheidend verbessert. Mit der neuen räumlichen Ordnung ist zugleich noch eine Mehrfachnutzung gegeben. With little money, but much imagination, the architect succeeded in liberating the underground cafeteria of the university from its »basement image«. A new colour concept, unconventional furnishing and, above all, more daylight have decidedly improved the environmental quality. The new spatial arrangement even allows a multiple usage.

Text: Cornelia Krause Fotos: Stefan Müller Seit über dreißig Jahren fristet die Cafeteria des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Berliner FU ihr Dasein im Souterrain. Eine niedrige Raumhöhe und kaum Tageslicht waren nicht gerade die besten Bedingungen für einen angenehmen Aufenthalt. Dennoch lässt sich mit ein wenig Fantasie solche Raumsituation meistern. Wenn aber der Zeitgeschmack längst kein Zeitgeschmack mehr ist und das einst einheitlich Geplante mehr und mehr durch »Fundstücke« ersetzt wird, entsteht ein Gefühl des Unwohlseins. Mit diesem Umstand hatte die Cafeteria in der Garystraße in Dahlem seit geraumer Zeit zu kämpfen. Es war also höchste Zeit, hier Abhilfe zu schaffen – und die kam mit der für die Sanierung beauftragten Architektin Carola Schäfers, der das Thema Licht ganz besonders am Herzen liegt. Als Erstes wurde der vorhandene Lichtschacht abgerissen und das Gelände davor abgeböscht. Den damit hergestellten Bezug zum Außenraum rahmen jetzt flache, großformatige Fenster. Noch ein Trick half, vom Kellereindruck abzulenken: Die Unterzüge, mitsamt den parallel verlaufenden, unverkleideten Lüftungskanälen wurden verkleidet und die dazwischenliegenden Deckenfelder flächig ausgeleuchtet, mit dem Ergebnis, dass der Raum nach oben offener erscheint.

Um einen einheitlichen Raumeindruck zu erzielen, war es nötig, den Servicebereich vom eigentlichen Aufenthaltsraum zu trennen. Hinter großen Schiebeelementen verschwinden die dafür notwendigen Einrichtungsgegenstände und Gerätschaften. Über die optische Aufwertung hinaus bietet diese Lösung noch einen weiteren Vorteil. Die Cafeteria kann auch außerhalb der Öffnungszeiten genutzt werden, als Veranstaltungs- oder Arbeitsort. Auf diese Mehrfachnutzung hin ist auch das Mobiliar entworfen worden. Schlichte Holzrahmen aus furnierten Platten mit massiven Eichenholzkanten sind Tische und Sitzgelegenheiten zugleich. Die unterstützende Stahlkonstruktion wurde gleichzeitig für den Einbau von Laptopanschlüssen genutzt, so dass die Cafeteria-Tische gleichzeitig auch Arbeitstische sind. Die klare Form des Mobiliars und ihre strenge Ausrichtung schaffen eine wohltuende Ruhe und Ordnung zugleich. Dazu trägt wesentlich auch das neue Farbkonzept bei, das auf der einen Seite mit kräftigen Tönen arbeitet, um Einbauten und Bauteile hervorzuheben und auf der anderen Seite die Raumabschlüsse wie Decke, Wand und Boden hell lässt. Die 140 Sitz- plätze sind in Zukunft sicher häufig belegt. kr
Bauherr: Freie Universität Berlin Architekten: Carola Schäfers Architekten, Berlin, Carola Schäfers Mitarbeiter: Peter Bamm, Sönke Thimm Elektroplanung: Ingenieurteam Kilic, Berlin Lichtberatung: Lichtvision Berlin Bauzeit: August / September 2003 Baukosten: 146500 Euro brutto (ohne Nebenkosten) Grundfläche: 303 qm Umbauter Raum: 760 cbm