planlos

Am 11. November, dem Faschingsauftakt, wurde in Wien der Preis »planlos 2013« für unverantwortliche Entwicklungen in der österreichischen Baukultur vergeben. Mit Aschermittwoch am 5. März vor Augen ist er nicht weniger aktuell. Der 8 kg schwere Betonblock ging zum einen an das Österreichische Normungsinstitut, weil dieses Planer zwingt, aktuelle Normen zu kaufen (die die Kraft einer Verordnung haben), während Verordnungen sonst kostenlos im Internet zu finden sind. Die ÖNORM sei damit Geheimrecht, befand Laudator Matthias Öhler: Wer normgerecht bauen will, muss zahlen. Zum anderen ging der Preis an die Wiener Stadtregierungen seit 1992: Nach Novellierungen des Wiener Kleingartengesetzes sei mittlerweile eine nicht zusammenhängende Stadt von der Größe St. Pöltens (50 000 Einwohner) entstanden. Den Sonderpreis »schamlos 2013« erhielt der ORF, der »beharrlich die Auffassung (vertritt), kein öffentlicher Auftraggeber zu sein« – mit allen Konsequenzen etwa für Vergabeverfahren. ~dr