1 VectorWorks 11.5 stellt CAD-Zeichnungen wahlweise im Stil einer Handskizze dar
2 In den Tabellen von AutoCAD 2006 können auch Formeln verwendet werden
3 Das verbesserte Fassaden-Werkzeug des ADT 2006 gibt dem Anwender größeren Gestaltungsspielraum
4 In die neue Version von CS-WARM ist ein umfangreicher Wärmebrückenkatalog integriert
5 Mit dem Bautagebuch-Modul setzt ADS die schrittweise Modernisierung der Programm- oberfläche von BauProCheck fort
6 PowerCAD SiteMaster ist als mobile Aufmaßlösung für den »Nicht-Vermesser« konzipiert

Neues vom Software-Markt

VectorWorks Architektur 11.5 enthält nach Angabe von ComputerWorks über fünfzig Neuerungen, die an dieser Stelle natürlich nicht alle aufgezählt werden können. Besonders stolz ist man auf die neue optionale Darstellung von CAD-Zeichnungen im Stil einer Handskizze; der Grad der Verwackelung und die Länge der Linienüberstände kann vom Anwender festgelegt werden. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen Renderingeffekt für die Visualisierung, sondern um einen alternativen Anzeigemodus. In der »Handskizze« kann also ganz normal gearbeitet werden. Nicht zu verwechseln ist der Handskizzen-Modus mit der Freihandlinien-Funktion. Deren Praxistauglichkeit wurde in der neuen VectorWorks-Version deutlich verbessert: Aus einer frei mit der Maus gezogenen Kontur generiert das Programm jetzt statt eines schwer zu bearbeitenden Polygons eine geglättete Freiformkurve, die sich auch nachträglich gezielt modifizieren lässt. In der 3D-Ansicht, zum Beispiel im Open-GL-Modus, wird das Gebäudemodell vom Programm automatisch ausgewogen ausgeleuchtet, solange der Anwender sich noch nicht selbst um das Setzen von Lichtquellen gekümmert hat. Weitere Verbesserungen betreffen unter anderem den 3D-Objektfang, den EPS-Export, das Zerschneiden-Werkzeug und die Dachstuhlkonstruktion, bei der nun auch einzelne Holzquerschnitte eingefügt werden können. Das Update ist übrigens für Anwender der Version 11 kostenlos.

AutoCAD 2006 Bei der Entwicklung der mittlerweile zwanzigsten Ausgabe von Autodesks CAD-Software standen offensichtlich Anwenderwünsche im Vordergrund. Und die Anwender, so das Ergebnis einer von Autodesk durchgeführten Nutzerumfrage, verwenden während fast achtzig Prozent ihrer Arbeitszeit im Programm dessen 2D-Funktionalität. So fallen die Neuerungen zwar wenig spektakulär aus, sollen die Produktivität und Effizienz von AutoCAD aber spürbar verbessern. Am auffälligsten ist dabei wohl die vom Hersteller mit »Heads Up Design« bezeichnete neue Bedienerführung. Werteingaben und die Auswahl von Optionen während der Abarbeitung eines Befehls können damit direkt am Mauszeiger in der Zeichnung erfolgen: Der Blick bleibt auf die Zeichnung konzentriert und muss nicht mehr ständig zur Befehlszeile gesenkt werden. Zudem erhält der Anwender bei allen Eingaben sofort ein grafisches Feedback, wodurch die Bedienung des Programms vor allem für Neulinge und gelegentliche Nutzer an Transparenz gewinnt. Die neu eingeführten »Dynamischen Blöcke« vereinfachen die Handhabung und Verwaltung vordefinierter 2D-Symbole. Durch ihre Parametrik entfällt die Notwendigkeit, Varianten derselben Basisgeometrie als einzelne, voneinander unabhängige Blöcke mit unterschiedlichen Abmessungen in der Bibliothek vorzuhalten. Variabel sind dabei nicht nur Maße, sondern auch Stückzahlen. So kann sich beispielsweise bei einem Dynamischen Block eines Tischs mit Stühlen die Zahl der Sitzplätze automatisch der Länge des Tischs anpassen. Ein weiteres Merkmal der Dynamischen Blöcke sind zugeordnete »Aktionen«, die es dem Anwender erlauben, in die Zeichnung gesetzte Blöcke mittels »Grips« (gemeint sind Griffe!) grafisch zu verändern, beispielsweise zu drehen, spiegeln oder skalieren. »Statischen« Blöcken aus bereits vorhandenen Bibliotheken kann ein dynamisches Verhalten mit Hilfe der Blockentwicklungstools von AutoCAD 2006 beigebracht werden. Dies geschieht im Wesentlichen per drag&drop und setzt laut Autodesk keinerlei Programmierkenntnisse voraus. Die in AutoCAD 2005 eingeführten Tabellen wurden in der neuen Version vom reinen Darstellungsformat in Richtung Tabellenkalkulation erweitert: In Formeln können die vier Grundrechenarten sowie Potenzen verwendet werden, ebenso lassen sich Summen und Durchschnittswerte von Spalten und Zeilen ermitteln. Der verbesserte mText-Befehl verfügt über einen WYSIWYG-Editor, die Darstellung des Textes entspricht also genau der in der Zeichnung platzierten Beschriftung. Zum einfachen Erstellen von Listen stehen Formatierungen mit Aufzählungszeichen und automatischer Numerierung zur Verfügung. Mehr Komfort verspricht auch das Erstellen und Bearbeiten von Schraffuren. So lassen sich jetzt mehrere Flächen »auf einen Rutsch« schraffieren sowie die Schraffurbegrenzungen nachträglich modifizieren. Auf Wunsch wird auch die Fläche der Schraffur ermittelt und der Wert in der Zeichnung angezeigt. Nicht zuletzt hat Autodesk den Umstieg von älteren AutoCAD-Version vereinfacht. Die neuen Migrationstools sollen dafür sorgen, dass vom Anwender vorgenommene Anpassungen der Menüs und Symbolleisten beim Update komfortabel in die aktuelle Version übernommen werden können. Das DWG-Format ist gegenüber den beiden Vorgängerversionen unverändert, die von AutoCAD 2006 erzeugten Dateien sind also auch direkt von AutoCAD 2004 und 2005 lesbar. Zu beachten ist dabei allerdings, dass neue Elemente wie die Dynamischen Blöcke zwar identisch dargestellt werden, ihre zusätzliche Funktionalität dort natürlich nicht zur Verfügung steht und beim Speichern ganz verloren geht.
Autodesk Architectural Desktop 2006 Wie bei AutoCAD 2006 stehen auch im neuen ADT die hinzugekommenen oder optimierten Funktionen im Dienste eines verbesserten Workflows. So können jetzt Projektstandards wie zu verwendende Stile und Darstellungseinstellungen vorgegeben werden. Nach Änderungen der zentral festgelegten Standards kann der Anwender einen automatischen Abgleich der einzelnen Projektdokumente vornehmen. Auch die Architektur-Werkzeugpaletten lassen sich projektspezifisch konfigurieren. So sind sie für den Bearbeiter überschaubarer, da nur die für das konkrete Projekt benötigten Inhalte angezeigt werden. Eine Möglichkeit zur schnellen grafischen Aufbereitung von nichtgrafischen Planungsinformationen ist mit den »Darstellungsthemen« neu hinzugekommen. Diese erlauben es beispielsweise, Räume entsprechend ihrer Quadratmeterzahl oder Wände nach ihrer Brandschutzklasse im Plan durch unterschiedliche Farbfüllungen anschaulich differenziert darzustellen. Wie eine Reihe anderer 3D-CAD-Program-me trägt nun auch ADT dem Umstand Rechnung, dass der Grundrissplan nicht immer die optimale Sicht auf das Gebäudemodell darstellt, um bestimmte Ergänzungen und Änderungen vorzunehmen. Deshalb kann der Anwender jetzt via Kontextmenü zum Bearbeiten eines Planbereichs bei Bedarf in die Ansicht oder den Schnitt wechseln. Der Umfang der Bibliothek mit Detailkomponenten ist nochmals angewachsen. Das Hinzufügen eigener, komplett neuer Details zur Bibliothek war zwar schon in den Vorgängerversionen möglich, setzte aber tiefergehende Kenntnisse voraus. Der neue Komponentenassistent soll diese Aufgabe wesentlich vereinfachen, so dass auch weniger versierte Anwender die Bibliothek problemlos individuell erweitern können.
CS-WARM entspricht in der neuen Version 6.60 dem aktuellen Stand der EnEV. Als wichtigste Neuerung hebt Hersteller CSI die Integration des vom Bauwerk Verlag in Berlin herausgegebenen Wärmebrückenkatalogs hervor. Mit Hilfe der darin enthaltenen über 3000 Konstruktionsvarianten können in CS-WARM Gleichwertigkeitsnachweise auf Basis der neuen Ausgabe der DIN 4108, Beiblatt 2 geführt werden. Auch der detaillierte Nachweis soll mit dem Katalog schneller möglich sein. Der genaue Temperaturverlauf innerhalb der Konstruktion kann mit einer farbigen Darstellung der Wärmebrücken am Bildschirm oder auf Ausdrucken veranschaulicht werden. Vor allem bei Nachweisen für Nichtwohngebäude oder bei unkonventionellen Heizungssystemen ist die neue Möglichkeit, anstelle des Diagrammverfahrens auf das Tabellenverfahren zurückzugreifen, interessant. Auch lässt sich der klimabedingte Wärme- und Feuchteschutznachweis nun mit dem Energiebedarfsausweis entsprechend dem Muster in der Anlage 2 der EnEV ausdrucken und durch Nachweise des Feuchteschutzes nach Glaser für beliebige Bauteile ergänzen. Entsprechend den aktuellen Vorschriften wurde zudem die raumweise Betrachtung beim sommerlichen Wärmeschutz aktualisiert.
AxisVM ist eigentlich das Modellierungs- und Berechnungsmodul aus dem Komplettsystem CS-HAUS, wird vom Hersteller CSI jetzt aber auch als separate Lösung angeboten. AxisVM berechnet räumliche Stabtragwerke, Fachwerke, ebene Rahmen und Trägerroste, ebene Fachwerke und elastisch gebettete Balken, Scheiben, Platten, Unterzüge sowie Schalenkonstruktionen. Das FEM-Programm arbeitet objektorientiert mit Bauteilen. CAD-Daten lassen sich als DWG oder DXF im- und exportieren; zu ArchiCAD, X-Steel und Bocad steht eine direkte Schnittstelle zur Verfügung. Die Eingabe der zum Aufbau eines Tragwerksmodells benötigten Zusatzinformationen wie Material, Spannrichtung und statische Randbedingungen der Tragglieder erfolgt dialoggesteuert innerhalb der grafischen Oberfläche. Neben der Analyse der Trag-glieder einzelner Geschosse ist durch die integrierte Lastübergabe auch die Berechnung des kompletten Bauwerks bis hin zu den Fundamenten möglich. Bei Änderungen der Planung muss lediglich das CAD-Modell neu eingelesen werden, da bei der Berechnung das statische Gesamtsystem automatisch der modifizierten Geometrie angepasst wird.
BauProCheck 3.7 Software, die für effizientere Abläufe im Planungsbüro sorgen soll, ist erst in letzter Zeit richtig in Mode gekommen und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. BauProCheck von ADS ist schon seit 1994 am Markt und damit eines der dienstältesten Programme, das sich um die Rationalisierung der bürointernen Projektabwicklung kümmert. Unser Test in db 10/99 bescheinigte der damaligen Programmversion 2.5 ein intelligentes Konzept und hohe Praxistauglichkeit; allerdings auch eine nicht zeitgemäße Oberfläche, damit verbunden einige Eigenheiten der Bedienung sowie die fehlende Unterstützung von Korrespondenz und Planversand via E-Mail. Im Lauf der vergangenen Jahre wurde BauProCheck nicht nur durch dieses unverzichtbare Feature funktional erweitert. Im letzten Herbst begann man mit der schrittweisen Überarbeitung der Programmoberfläche mit dem Modul Mängelverfolgung, in der aktuellen Version setzte man dies mit einem modernisierten Bautagebuch-Modul fort. Beide Module können auch separat betrieben werden, so dass sie beispielsweise der Bauleiter mit seinem Notebook (eine Version für Pocket PC ist in Vorbereitung) auf der Baustelle zur Erfassung verwenden kann und seine Daten später ins Hauptsystem einliest.
California 3000 Die Lösung des Münchener Softwarehauses G&W für AVA und Kostenplanung enthält jetzt eine »intelligente« Schnittstelle zur Datenbank der Wiesbadener AS Architektenservice GmbH. In der AS Datenbank sind von Architekten und Ingenieuren empfohlene Handwerker, Dienstleister, Fachingenieure, Lieferanten und Hersteller von Bauprodukten mit ihren Firmen- und Leistungsprofilen aufgeführt. So kann der Planer direkt aus dem Leistungsverzeichnis heraus auf diese Daten zugreifen, um nach geeigneten Betrieben für beschränkte Ausschreibungen und freihändige Vergabe zu recherchieren und die Firmen mit entsprechender fachlicher Empfehlung in die Bieterliste aufzunehmen.
PowerCAD SiteMaster 2 ist eine neue mobile Aufmaßlösung des Berliner Anbieters GiveMePower (wer hat sich diesen Firmennamen ausgedacht?). In Kombination mit einem Laserentfernungsmessgerät, das drahtlos per Bluetooth mit einem Pocket PC, NoteBook oder Tablet-PC kommuniziert, soll die Software auch bei Anwendung durch »Nicht-Vermesser« wie beispielsweise Architekten, Handwerker oder Makler bei einfacher Bedienung professionelle Ergebnisse liefern. Spezielle Vermessungs- oder CAD-Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Beim Vermessen und Zeichnen von Räumen, Öffnungen und Bauteilen kann der Benutzer über so genannte Icon-Menüs direkt auf alle wichtigen Aufmaßbefehle zugreifen. Das Programm führt dialoggesteuert durch die verschiedenen Phasen des Aufmaßes, bei komplexen Situationen, zum Beispiel Räumen mit nicht rechtwinkligen Wänden, wird der Anwender durch erläuternde Grafiken unterstützt. Die parallel zum Aufmaß erzeugte Plangrafik kann bei Bedarf mit Maßen, Beschriftungen, digitalen Fotos und Sprachnotizen ergänzt werden. Bei PowerCAD SiteMaster handelt es sich um eine für den speziellen Verwendungszweck angepasste Version von PowerCAD. Zur Nachbearbeitung der Aufmaßpläne steht deshalb der vollständige Funktionsumfang des Basisprogramms zur Verfügung, sobald die in der Voreinstellung von SiteMaster unsichtbaren Menüs durch entsprechende Konfiguration der Programmoberfläche eingeblendet werden. Alternativ lassen sich Dateien in den Standardformaten DXF und DWG exportieren und dann in allen gängigen CAD-Programmen weiter bearbeiten. jr
ADS Gesellschaft für angewandte Datensysteme mbH Grazer Straße 22 70469 Stuttgart Tel. (0711) 9817540 Fax (0711) 9817511 www.bauprocheck.de
Autodesk Aidenbachstraße 56 81379 München Tel. 0180 547690 Fax (089) 54769432 www.autodesk.de
CSI Computer Service im Ingenieurbüro Hamburger Straße 55 44135 Dortmund Tel. (0231) 5570720 Fax (0231) 5570729 www.csi-gmbh.de
ComputerWorks Schwarzwaldstraße 67 79539 Lörrach Tel. (07621) 40180 Fax (07621) 401818 www.computerworks.de
G&W Software Entwicklung Bayerstraße 13 80335 München Tel. (089) 592876 Fax (089) 592870 www.gw-software.de
GiveMePower Nestorstraße 36a 10709 Berlin Tel. (030) 89690311 Fax (030) 89690312 www.givemepower.de