Neues vom CAD-Markt

Neues vom CAD-Markt

Allplan 2005 Die Premierenvorstellung der neuen Version von Allplan fand diesmal auf der BAU in München statt. Deshalb fehlte auch der konkrete Anlass, in unserem Messerückblick zur Frankfurter ACS (db 12/2004 und 01/2005) auf die BIM-Fähigkeiten von Allplan hinzuweisen. Das sei hier nachgeholt: Selbstverständlich eignen sich auch die Produkte von Nemetschek für das Building Information Modelling. Fragt sich nur, ob sich der Anwender oder potenzielle Kunde von solch hippen Initialworten tatsächlich beeindrucken lässt. Entscheidend ist für ihn am Ende nur das Ergebnis – ob mit oder ohne BIM.

Dieser Meinung ist man glücklicherweise wohl auch in der Entwicklungsabteilung von Nemetschek, denn die neuen Features von Allplan 2005 scheinen erwartungsgemäß in erster Linie an den Bedürfnissen der Anwender ausgerichtet zu sein. So wurde beispielsweise der eher unspektakuläre Bereich der Bemaßung im neuen Allplan durch diverse einstellbare Parameter für Maßlinien,
-zahlen und -begrenzungssymbole erweitert. Zusätzlich können sämtliche Eigenschaften von Linien- oder Kotenbemaßungen während laufender Eingabe jederzeit geändert werden.
Auch der für die Eingabe und Bearbeitung von Beschriftungen zuständige Texteditor bietet im Vergleich zur Vorgängerversion deutlich flexiblere Formatierungsoptionen. Seine Bedienung orientiert sich an Word und unterstützt auch das Zwischenablageformat der Textverarbeitung von Microsoft; laut Nemetschek kann der Texteditor über die Zwischenablage eingefügte Word-Texte jetzt mit allen Formatierungen eins zu eins übernehmen. Eine wirklich clevere und praxisgerechte Lösung ist der automatische Zoom im Texteditor: Befindet sich die Eingabemarke innerhalb einer Passage mit sehr geringer Schriftgröße, passt das Programm die Größe der Bildschirmdarstellung selbsttätig an – so ist stets eine gute Lesbarkeit des Textes gegeben.
Das Programm bietet auch die Möglichkeit, Zeichnungen zu vergleichen und die dabei gefundenen Unterschiede grafisch hervorzuheben. Die Funktion eignet sich vor allem dazu, die für Umbauten benötigten Pläne mit farblicher Differenzierung von Bestand, Abbruch und neu hinzugekommenen Bauteilen schnell zu erzeugen. Welche grafischen Attribute zur Kennzeichnung von modifizierten Elementen verwendet werden, kann der Anwender selbst festlegen. Damit kommt der »Alt-Neu-Vergleich« von Allplan 2005 zur Visualisierung von Planänderungen in Betracht, wobei sogar eine nach Urheber der jeweiligen Änderung
differenzierte Darstellung (beispielsweise durch unterschiedliche Farben oder Linientypen) möglich sein soll.
Waren Allplan-Dateien in der Vergangenheit stets fest in die Projektstruktur eingebunden, erlaubt die neue Version jetzt auch eine freie Dateiablage. Von dem neu eingeführten Dateityp (Endung ».ndw«) macht auch der integrierte E-Mail-Versand Gebrauch und vereinfacht so den Datenaustausch mit Planungspartnern (die dazu natürlich auch mit der neuen Version arbeiten müssen). Eine andere Anwendung der »freien« Dateien ist das projektübergreifende Arbeiten, beispielsweise die Übernahme von Detailzeichnungen aus anderen Projekten.
Für einen verbesserten Datenaustausch mit der AutoCAD-Welt sorgt die erweiterte Unterstützung von X-Refs (externen Referenzen). Das Programm erzeugt aus einem Teilbild (Einzeldatei eines Allplan Projektes), in das andere Teilbilder als Referenzen eingebunden sind, eine entsprechende Struktur von DWG- beziehungsweise DXF-Dateien und umgekehrt. Auch der Umgang mit X-Refs innerhalb von Allplan weist einige Neuerungen auf, wie zum Beispiel der Punktfang auf einzelnen Elementen von X-Refs und die Berücksichtigung der hinterlegten Dateien in Animationen und Listenauswertungen. Allplan 2005 unterscheidet zwischen »normalen« und »erweiterten« X-Refs. Während erstere als einfache Plangrafik eingeblendet werden, belegen die erweiterten X-Refs mehr Arbeitsspeicher, sind dafür aber auch in der 3D-Darstellung sichtbar und können in der Massenermittlung berücksichtigt werden. Die Verwendung des »normalen« oder »erweiterten« Modus kann man auch bei bereits in einer Zeichnung platzierten X-Refs jederzeit ändern.
Zu den Verbesserungen des Bedienungskomforts gehören die erweiterten »Griffe«, mit denen 2D-Elemente aber auch Wände und Fenster verschoben, gedehnt und skaliert werden können.
Zur Ausgabe von Plänen bietet das Programm jetzt auch den Export als PDF-Datei an. Das Erzeugen von PDF-Dokumenten ist zwar grundsätzlich auch über einen entsprechenden Druckertreiber möglich, die Funktion in Allplan 2005 hat demgegenüber jedoch den Vorteil, dass die von ihr generierten Dateien von den Möglichkeiten des aktuellen PDF-Formats Gebrauch machen. Dazu gehört die Transparenz von Flächenelementen und die für Plandokumente besonders nützliche Unterstützung mehrerer Ebenen. Allplan legt die Layer eines Plans beim Export auf separaten Ebenen des PDF-Dokuments ab. Der Empfänger des PDF-Plans benötigt lediglich den kostenlosen Acrobat-Reader (ab Version 6), und kann dann durch Ein- beziehungsweise Ausblenden von Ebenen die für ihn interessanten Informationen anzeigen oder ausdrucken.
Wände, deren Querschnitte vom üblichen Rechteck abweichen, ließen sich bislang allenfalls mit »Verrenkungen« realisieren. Gerade für das Planen im Bestand, das Nemetschek mit seinen Produkten verstärkt unterstützen will, sollte ein CAD-System aber die komfortable Eingabe von Wandquerschnitten mit Gesimsen und Sockel gestatten. Allplan 2005 trägt dem nun Rechnung und erlaubt die Definition freier Wandquerschnitte über eine beliebige Kontur. Eine weitere Neuerung im Bereich der Architekturbauteile ist die Möglichkeit, den Querschnitt eines Unterzugs einfach durch Auswahl eines entsprechenden Profils aus der Symbolbibliothek umzuwandeln (beispielsweise von einem Rechteckbalken in einen I-Träger). Neu hinzugekommen ist die Fensterbank als eigenständiges Architekturbauteil.
Die automatische Umstellung des Detaillierungsgrads bei der Darstellung von Bauteilen – abhängig vom Maßstab oder dem Planungsstand – ist bei »großen« CAD-Systemen für die Architekturplanung wie Allplan inzwischen selbstverständlich. Unabhängig davon werden jedoch oft Plandarstellungen für völlig unterschiedliche Zwecke benötigt. Mit den neu eingeführten »Zeichnungstypen« und »Stilflächen« bietet die neue Version entsprechende Hilfsmittel. So lässt sich beispielsweise festlegen, dass eine Wand in der Ausführungszeichnung mit einer (materialspezifischen) Schraffur dargestellt wird, während sie im Plan für den Verkaufsprospekt eine Ziegel-Textur erhält. Der Vorteil, zwischen verschiedenen Zeichnungstypen einfach Umschalten zu können, kommt natürlich in erster Linie bei Änderungen zum Tragen, da lediglich ein Plan modifiziert werden muss.
Texturen können auch in der Vektorgrafik von orthogonalen und perspektivischen Modellansichten verwendet werden. Dabei handelt es sich nicht um simple Füllmuster – die Texturen werden wie in der Animation unter Berücksichtigung der korrekten Perspektive auf die Flächen »geklebt«. Die für hochwertige Visualisierungen der Gebäudemodelle optional erhältliche Software CINEMA 4D arbeitet mit Allplan nun noch enger zusammen. So ist es jetzt auch möglich, mit den Funktionen von CINEMA 4D modellierte 3D-Objekte in Allplan Projekte zu übernehmen.
Allplan Sketch ist ein neues »Add-On« zu Allplan 2005. Neu ist aber genau genommen nur der Name. Denn es handelt sich dabei um das Skizziermodul von Plan2 FT, der Software, mit der vor ein paar Jahren der drucksensitive Flachbildschirm von Wacom zu Nemetscheks D-Board mutierte. In Allplan 2005 gestattet es Allplan Sketch, Freihandskizzen über die CAD-Zeichnungen zu legen. Allplan Sketch kann zwar auch ohne D-Board verwendet werden, dann empfiehlt sich aber, statt der Maus zumindest ein drucksensitives Grafiktablett zu verwenden, damit beim Skizzieren am Computer wirklich Freude aufkommt.
Autodesk Revit 7 Als Nachtrag zum Testbericht von Revit 6.1 in der vorherigen Ausgabe der db, hier ein kurzer Überblick der Neuheiten in Revit 7, dessen deutsche Version laut Autodesk inzwischen verfügbar sein sollte. Neben zahlreichen, meist klein-eren Verbesserungen der Programmober-fläche und des Bedienungskomforts bietet das neue Revit eine Reihe interessanter zusätzlicher Features.
Dazu gehören die Vektorschatten, die vor allem plastischen Fassadenansichten zugute kommen (Bild 4). Bei der Definition von Schnitten zeigt sich das Programm jetzt flexibler und erlaubt auch abknickende Schnittlinien. Die so genannten Familien – integraler Bestandteil des Revit-Konzepts der parametrischen Gebäudekonstruktion – erfuhren ebenfalls diverse Erweiterungen. Verschachtelte Familien waren schon im alten Revit möglich: Ein vorhandener Bauteiltyp konnte im Familieneditor bei der Definition einer neuen Familie als Komponente eingesetzt werden; also beispielsweise eine Drückergarnitur in eine Türfamilie. Eine Tür, bei der der Typ der Drückergarnitur später komfortabel ausgewählt werden kann, ließ sich jedoch nicht realisieren. In Revit 7 sollte sich (nicht nur) dieses Problem einfach lösen lassen, da das Programm nun austauschbare Unterkomponenten unterstützt.
Auch die unter dem Begriff »Gebäudemodellierer« zusammengefasste Funktionalität zum einfachen Umsetzen von 3D-Massenmodellen in Bauteile der Gebäudehülle bietet zusätzliche Möglichkeiten. So kann der Anwender in Revit 7 beispielsweise bei Bedarf die »Intelligenz« der Automatik umgehen und gezielt Zuordnungen zwischen einzelnen Flächen des Massenmodells und bestimmten Gebäudekomponenten vornehmen. Außerdem können jetzt im Massenmodell Geschosshöhen festgesetzt und den einzelnen Volumen unterschiedliche Nutzungsbereiche zugeordnet werden. Mittels entsprechender Auswertungslisten lassen sich damit beispielsweise verschiedene Entwurfskonzepte mit komplexerer Geometrie schnell hinsichtlich der Bruttogeschossflächen vergleichen.
Einige neue Freiheiten sind bei der Konstruktion von Wänden hinzugekommen, etwa bei der Definition von Wandtypen, deren vertikale Zonen nicht nur unterschiedliche Schichtenfolgen, sondern jetzt auch unterschiedliche Gesamtwandstärken haben können. Ecken von Wänden (und auch 2D-Linien) rundet Revit 7 auf Wunsch gleich bei der Eingabe oder nachträglich ab. Bei der Konstruktion von Vorhangfassaden unterstützt das Programm jetzt auch Wandpaneele und vom Anwender definierte Profile.
CADDER V21 Raster erleichtern das Zeichnen in einem CAD-System. Um auch Wände in den üblichen Mauerwerksmaßen einzugeben, müsste die Rasterweite jedoch auf maximal einen Zentimeter gesetzt werden, was wiederum kaum praktikabel ist. Bei Reico hat man sich diesem Problem angenommen und nennt die passende Lösung im neuen CADDER »intelligente Maus«. Originalität und Sinnfälligkeit dieser Bezeichnung lassen zwar zu wünschen übrig (mein Vorschlag: »intelligentes Mauerwerksraster«), das Verfahren überzeugt jedoch: Beim Zeichnen neuer Wände erkennt das Programm selbstständig, ob ein Pfeiler-, Öffnungs- oder Anschlussmaß zu verwenden ist und korrigiert den Rasterwert gegebenenfalls um die Fugenbreite nach oben oder unten. Auch beim Einsetzen von Fenstern und Türen in eine Wand wendet das Programm automatisch die korrekten Mauerwerksmaße an. Diese Bauteile werden dabei jetzt außerdem als Vorschau angezeigt und können mit einem Mausklick eingefügt werden (in früheren Versionen musste man zunächst eine Wand selektieren). Einige Funktionen, wie das Verschieben von Elementen oder Ändern von Dächern, können nun direkt am ausgewählten Bauteil über ein Kontextmenü aufgerufen werden. Der früher notwendige, etwas umständliche Wechsel in das Untermenü des jeweiligen Bauteiltyps entfällt in diesem Fall. Die hinzugekommene, automatische Gesamtbemaßung von Grundrissen gehorcht den üblichen Bemaßungsregeln (von innen nach außen: Öffnungen, Innenwände, Absätze, Gesamtmaß). Eingriffe und Ergänzungen sind jederzeit möglich. Der neue »Reico-Baukasten« verspricht optimierte Montagepläne für großformatige Wandbausteine. Nach Auswahl des gewünschten Bausystems erzeugt das Programm »auf Knopfdruck« Wandansichten mit Steinnummerierung sowie die für die Materialbestellung benötigten Stücklisten. Neben diversen Detailverbesserungen, beispielsweise beim Holzrahmenbau und DXF-Import, soll eine offensichtliche Änderung der Programmoberfläche nicht unerwähnt bleiben: CADDER V21 besitzt nun neben der Menüspange am linken Fensterrand auch eine Menüleiste, wie man sie bei Windowsprogrammen gewöhnt ist (Bild 7).
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