Natursteinbefestigung

»Berlin ist arm, aber sexy.« Mit diesem flotten Spruch pflegt der Berliner Oberbürgermeister Klaus Wowereit »seine« Stadt zu vermarkten. Berlin mag arm sein, aber seine Bewohner und Unternehmen verstehen es, Luxus zu zeigen.

Direkt gegenüber dem altehrwürdigen Café Kranzler eröffnete das Concorde Hotel seine Pforten. Das Fünf-Sterne-Hotel mit 311 Zimmern, Bankettsaal, Konferenzräumen, Restaurant, Wellnessbereich und Bar wird von der französischen Hotelkette Concorde geführt, die in Berlin bereits das Grand Hotel Esplanade betreibt. Darüber hinaus sind im Gebäude Büro- und Wohnflächen, das städtische Panoptikum, Ladeneinheiten und eine Tiefgarage untergebracht. Der Investor Grothe Immobilien Projektierungs GmbH und der Architekt Jan Kleihues formulieren ihren hohen architektonischen Anspruch bereits mit der aufwändigen Fassadengestaltung des 17-stöckigen Gebäudes. Das Gebäudevolumen ergänzt dabei den städtebaulichen Raum, der durch die existierende Bebauung vorgezeichntet ist. Gleichzeitig ist der Baukörper die Vervollständigung des traditionellen Blockes, die Fassaden folgen dem Verlauf der Straße und an den Gebäudeenden staffelt sich der Baukörper auf die übliche Berliner Traufhöhe ab.
Diese Rücksprünge gliedern mit einem einheitlichen Fugenbild auf der Fenster- und der Brüstungsachse die mit 9200 m2 Naturstein bekleidete Fassade.
Beschaffenheit, Formgebung, Größe und Gewicht der aus Kirchheimer Muschelkalk gefertigten Fassadenelemente haben besondere Anforderungen an die Befestigungstechnik gestellt, die gleichzeitig dem hohen ästhetischen Anspruch und den strengen Auflagen der Behörden genügen musste.
Ermöglicht hat die Befestigung des Muschelkalks der Einsatz des Hinterschnittankers »FZP«. Die Dicke der größten Platten konnte durch die Bauart des Ankers auf 40 mm reduziert werden. Die leichtere Fassade reduziert die statische Belastung des Gebäudes und damit auch die Baukosten. Da die Verwendung des Hinterschnittankers im Naturstein Muschelkalk nicht über eine DIN oder eine Zulassung geregelt ist, war eine Zustimmung im Einzelfall erforderlich. In einem Gutachten des IFBT Leipzig ist die Biegzugfestigkeit, die Tragfähigkeit und die Dauerhaftigkeit der Konstruktionslösung untersucht und bestätigt worden. Aufgrund der Form und Gebäudehöhe (über 60 m) wurde ein Windgutachten erstellt. In die statischen Berechnungen ist ein Windsog mit 2400 N/m2 und ein Winddruck von 1300 N/m2 einbezogen worden.
Der verarbeitete Kirchheimer Muschelkalk ist ein sehr hartes aber auch poröses Gestein mit tonigen Einlagerungen. Die Brüstungsplatten in einem maximalen Format von 1,50 m x 0,42 m liegend sind mit vier »Zykon-Plattenankern FZP 13 x 30 M8 W« verankert, und die Stützenplatten in der maximalen Größe 2,43 m x 0,60 m stehend mit sechs »Zykon-Plattenankern FZP 13 x 30 M8 W« fixiert. rm
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