Nachverdichtung in Rabat

Im Tal des Flusses, der die marokkanische Hauptstadt Rabat von ihrer Schwesterstadt Salé trennt, siedeln seit fast 2 000 Jahren Menschen, unter anderem wegen der großen Mengen Süßwasser (unmittelbar vor der Küste von Mittelmeer und Atlantik), das auch eine ergiebige Bepflanzung ermöglicht. Heute haben die beiden Städte zusammen über zwei Mio. Einwohner. Dennoch war Salé immer die zweitrangige: Das bekannte architektonische Erbe (u. a. die Kasbah) befindet sich auf der Seite von Rabat, deshalb kommen hierher auch die Touristen. Um dieses Ungleichgewicht zu beenden, wurde das Flusstal 2001 zum Entwicklungsgebiet erklärt: Bis 2014 sollen Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Kultur auf dem 6 000 ha großen Areal historisch, sozial und ökologisch verträglich vereint werden. Während für die grundlegenden Planungen einheimische Fachleute – Stadtplaner, Geografen, Historiker – berufen wurden, hat jetzt die Entwicklungsgesellschaft Zaha Hadid beauftragt, ein »Grand Theatre« zu planen. Am Fluss gelegen und günstig von beiden Städten aus zu erreichen, soll es einen großen Saal mit 2 050 und einen kleinen mit 520 Plätzen bekommen. Draußen, durch das Gebäude gut vom Verkehrslärm der nahen Brücke abgeschirmt, ist ein Amphitheater für bis zu 7 000 Besucher geplant. Die Form des Gebäudes soll die Bewegungen des Flusses, der hier eine große Kurve macht, nachzeichnen, und außerdem für eine gute Akustik sorgen. Gleichzeitig verbirgt sich unter der Hülle eine Zone dienender Räume, die durch die Anordnung der drei Aufführungsbereiche »Rücken an Rücken« allen Besuchern dient. Bislang ist das Büro nur mit der Planung beauftragt, wann Baubeginn sein wird, steht noch nicht fest. ~dr