Leserbrief

~Roman Jakobiak, Architekt Stv. Obmann im DIN-Fachnormenausschuss FNL 6: Innenraumbeleuchtung mit Tageslicht

zu db 9/2013, »Grosse Hausaufgabe«
Ihr Artikel »Große Hausaufgabe« geht bei der Behandlung der Fassadensanierung nicht auf die Tageslichtbeleuchtung ein. Dabei ist bekannt, dass diese durch die energetische Sanierung der Gebäudehülle beeinträchtigt wird. So wird die Laibungstiefe durch eine Wärmedämmung größer, die Laibungsdämmung und neue massivere Fensterrahmen vermindern die Glasfläche. Hinzu kommt, dass der Lichttransmissionsgrad neuer Wärmeschutzverglasungen durch Glasbeschichtungen in der Regel geringer ist als zuvor. Im Einzelfall kann das zu einer Halbierung des Tageslichtniveaus führen. Nun ist aus den Abbildungen des Artikels ersichtlich, dass am Rand ein Fensterabschnitt durch ein Fassadenfeld ersetzt wurde. Hier stellt sich die Frage, ob das für eine lern- und gesundheitsfördernde Beleuchtung erwünschte Tageslichtniveau nach der Sanierung in dem Klassenraum noch erreicht wird. Falls nicht, dürfte man nicht von einer Sanierung sprechen und für die »Große Hausaufgabe« gäbe es eine glatte 5.
Auf S. 129 schreiben Sie: »Der Beleuchtungsbedarf lässt sich freilich kaum beeinflussen«. Das ist falsch. In der Friedrich-Fröbel-Schule in Olbersdorf betrug der nach DIN V 18599-4: 2011-12 berechnete Energiebedarf der Beleuchtung vor Sanierung 11,0 kWh/m²a und im ersten Betriebsjahr nach Sanierung 2,7 kWh/m²a, eine Reduzierung auf 25 % des Ursprungswertes. Solche Einsparungen sind möglich, wenn neue effiziente Leuchten mit Tageslicht- und präsenzabhängigem Kontrollsystem eingesetzt werden und zusätzlich die Tageslichtsysteme in das Kontrollsystem eingebunden sind.