lagerfeld: »grosse dichtkunst«

Zaha Hadids Alltagskunst ist wieder in aller Munde – und wenn Sie wollen, bald auch in Ihrem Wohnzimmer. Für ein afghanisches Hilfsprojekt hat sie einen Teppich mit den Maßen 90 cm x 3 m, 3,70 m oder 4,30 m und hadid- typischem Muster entworfen, das laut Teppich-Hersteller von einem Entwurf für die Inneneinrichtung von Büros stammen soll. Weitere Designer haben Entwürfe zugesagt, so etwa Stefan Lindfors. Die Herstellung der Teppiche soll afghanischen Frauen ein regelmäßiges Einkommen verschaffen, gewebt wird zu Hause. Dafür bekommen sie den anderthalbfachen marktüblichen Lohn. Zwei Bedingungen sind an das Arbeitsverhältnis geknüpft: Alle Frauen einer Familie müssen Alphabetisierungskurse besuchen, und alle Kinder unter 15 ganztags zur Schule gehen. Dass Zaha Hadid auch hier als Marke gilt, zeigen die Preise der Teppiche: sie rangieren zwischen 5000 und 6900 Dollar, ohne Versand und Zoll.

Passenderweise wurde im März nun auch der mobile Kunstpavillon von Chanel, entworfen ebenfalls von Hadid, in Hongkong eröffnet: ein spiralförmiges Raumkontinuum, das Karl Lagerfeld mit »großer Dichtkunst« vergleicht. Zwanzig Künstler interpretieren hier die »berühmte« gesteppte Tasche von Chanel , darunter Pierre et Gilles und Yoko Ono. Mittlerweile ist der Pavillon in Tokio, in Europa wird er erst nächstes Jahr im Juni zu sehen sein. ~dr