kiez und kunst und kultur

~ Dirk Meyhöfer

Seit diesem Jahr hat die Internationale Bauausstellung IBA Hamburg 2013 offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Sie wird sich einem Spagat widmen müssen: der Aufgabe Hamburgs als Kosmopolis und gleichzeitig dem Thema der inneren Entwicklung an der Peripherie, die im Fall Wilhelmsburgs geografisch in der Mitte des Stadtgebiets liegt. Die db wird in unregelmäßigen Kolumnen über die IBA-Entwicklung berichten.
Im Vorfeld hatte sich die IBA Hamburg 2013, die auf der Elbinsel Wilhelmsburg stattfinden wird, mit einer riesigen Plakataktion allen Hamburgern nördlich der Elbe ins Gedächtnis gefressen. Am 15. September werden nun zwei Großausstellungen eröffnet. Erstens: IBA meets IBA, die sich mit den Inhalten der Vorgänger-IBAs auseinandersetzt. Zweitens gibt es eine Werkstattschau mit den bisher auf den Weg gebrachten Bauprojekten – beide in einem ehemaligen Edeka-Markt am Berta-Kröger-Platz, um mitten im Quartier ohne Schwellenangst für Besucher präsentieren zu können. Zuvor wollen die IBA-Macher jedoch den Stadtteil Wilhelmsburg selbst ins kollektive Bewusstsein aller Hamburger rufen. Denn die leben häufig immer noch mit dem Vorurteil, südlich der Elbe beginne der Balkan.
Dazu gibt es nun bis November den »IBA Kunst & Kultursommer« mit eigenem Programmheft und 60 Veranstaltungen. Darunter so schöne Ideen wie »Pimp my City«, einem Film von Jugendlichen über einen schöneren Kiez in Wilhelmsburg. Wobei Kiez hier in seiner ursprünglichen Bedeutung als Stadtteil verstanden wird. Oder die »Wilhelmsburger Busgalerie«, die Stadt und Kunst verbindet. Raimund Samson hat seine Grafiken und Malereien an die Wilhelmsburger Häuser gehängt. Diese sind »erfahrbar«, wenn man in der wichtigsten Insel-Buslinie sitzt und an den Kunstwerken vorbeigleitet.
Die Kunst-Strategie ist richtig: Denn Stadt besteht nun mal nicht nur aus Bauten, sondern auch aus Menschen, Beziehungen und ihrer Kultur. Die IBA will Ideen für die Zukunft der europäischen Metropole liefern, muss sich vorher aber auch um die Mikropolis kümmern. Damit hat sie jetzt angefangen; ein großer internationaler Kongress für die international interessante Seite der IBA folgt im Dezember.