Jeder einzelne

Über 400 jüdische Bürger wurden während des Dritten Reichs aus Herne und Wanne-Eickel deportiert. An jeden einzelnen soll das Denkmal [3] erinnern, das die Künstler Gabriele Graffunder und Winfried Venne aus Wuppertal für den Willi-Pohlmann-Platz in Herne entwickelt haben. Dazu sind in die flache Betonplatte 410 Okulare [4] aus Glas eingelassen, die die Namen der Getöteten lesbar vergrößern. Damit das Licht von hinten durch das Glas scheinen kann, ist die mehrere Meter hohe Betonstele nur 9 cm dick. Deshalb wurde sie in Faserbeton um eine Edelstahlbewehrung realisiert. Die Aussparungen für die Okulare entstanden in Handarbeit durch Pappröhrchen in der Schalung, die mit Gummiringen abgedichtet wurden. Die Oberfläche des Betons erinnert an Narben und entstand durch eingestreute Zelluloseteilchen. Die anthrazitfarbene Rampe aus Beton, die zur Stele ansteigt, zeigt auf Hebräisch und Deutsch die Aufforderung: »Gedenke 1933-1945« sowie die Namen der Lager, in denen die Herner ermordet wurden. Hierfür wurden Schriftmatrizen in die Schalung eingelegt. ~dr