imagepflege, keine produktschau

Der seit 1987 alle zwei Jahre an einem Wochenende im Herbst im schweizerischen Langenthal stattfindende Designer’s Saturday (DS) zählt längst zu den wichtigsten Branchentreffen der Architektur- und Designszene. Der besondere Reiz der Veranstaltung liegt zweifelsohne darin, dass nicht in Messe- sondern in Produktionshallen und Hochregallagern ausgestellt wird. Außerdem steht die fantasievolle Inszenierung im Vordergrund und nicht die Präsentation von Neuheiten. Und so säumten auch beim letzten DS im November 2008 Stoffballen, Garnspulen, Holzstapel und Paletten sowie diverse Werkzeuge und Maschinen den Weg durch die Fabrikationshallen der fünf Gastgeberfirmen Création Baumann, Girsberger, Glas Trösch, Ruckstuhl und Hector Egger Holzbau. Mittendrin entdeckte der Besucher dann »schwebende«, wie herabfallende Blätter inszenierte Stühle, von der Decke abgehängte Amphoren aus Seife oder geheimnisvoll leuchtende Meeresobjekte aus farbiger Seide, die sich zu sphärischen Klängen langsam auf und ab bewegten.

Um die Qualität der Präsentationen und somit der gesamten Veranstaltung weiter zu steigern, wurde erstmals eine Fachjury einberufen, die in einem mehrstufigen Verfahren die letztendlich 58 präsentierenden Firmen und Institutionen auswählte. Als Belohnung für das Engagement der Aussteller wurden zudem vier DS-Awards eingeführt – für den besten Raum, das beste Thema, die beste Standfertigung und die beste Inszenierung. Während die Auszeichnung für den besten Raum etwas überraschend an den Leuchtenhersteller Foscarini ging, stießen die drei anderen Prämierungen auf breite Zustimmung. Den Preis für die beste Inszenierung bekam die Holzmanufaktur Horgenglarus, die das Thema Holz sehr sinnlich interpretiert hatte: Herbstlaub raschelte unter den Füßen, und von der Decke des nur spärlich beleuchteten Raums hingen zu Leuchten verfremdete Sitzholzschalen herab. Nachdem sich der Besucher seinen Weg durchs Dunkel gebahnt hatte, wurde er mit Äpfeln und frisch gepresstem Apfelsaft belohnt. Als bestes Thema kürte die Jury das Konzept von Axor/Hansgrohe. Mit den großen, extra für diesen Zweck eingefärbten und wie zum Trocknen aufgehängten Frotteetüchern ging der Hersteller perfekt auf den Raum, in dem er ausstellte, ein – die Färberei von Création Baumann. Den Preis für die beste Standfertigung bekam der Nachwuchs: Studenten der Akademie der Bildenden Künste in München gewannen ihn mit einer spinnenwebartigen, den gesamten Raum überspannenden Struktur aus 1,2 Millionen Kabelbindern. ~uk