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Hochmodern seit 1903

Ökologische Aufsparrendämmung auf denkmalgeschütztem Klinikum
Hochmodern seit 1903

Im Jahr 1903 wurde die Königliche Heilanstalt Weinsberg als staatliche »Irrenanstalt« gegründet. Nun wurde deren Apotheke als Teil eines denkmalgeschützten Ensembles innerhalb des heutigen Klinikums am Weissenhof energetisch saniert. Das aufwendig gestaltete Steildach erhielt zum Schutz von Dachstuhl und Gebäude eine Kombinationsdämmung mit einer ökologischen Aufsparrendämmung. Die hocheffizienten ECO-Wärmedämmplatten aus Biomasse und recyceltem Material entsprechen der anspruchsvoll nachhaltigen Ausrichtung des Klinikums und den energetischen Anforderungen gemäß GEG.

~Ekkehard Fritz, Produkt-
manager Steildach bei
Paul Bauder

Das heutige Klinikum am Weissenhof ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts mit sieben eigenständigen Kliniken. Die ältesten Stationsgebäude im klinikeigenen Park stammen noch aus der Gründerzeit – aus dem Jahr 1903. Ein Gebäude wurde im Lauf der Zeit zur Apotheke umgebaut und um ein Stockwerk erweitert, um die Zentren für Psychiatrie Weinsberg, Wiesloch und Winnenden mit Medikamenten versorgen zu können. Automatisiert werden Medikamente ins System sortiert und so ca. 20 000 Artikel gespeichert.

Auch als das Dach saniert werden musste, dachte Edgar Müßigmann, Leiter der Abteilung Bau und Technik des Klinikums, seiner Zeit voraus: Der gelernte Zimmermann hatte auf der Messe DACH+HOLZ bei Bauder eine neue ökologische Aufsparrendämmung entdeckt – »BauderECO S«.
Müßigmann zeigte sich sofort begeistert von dieser umweltfreundlichen, schadstofffreien Neuentwicklung aus Biomasse und Recyclingmaterial.

Hocheffizienter Dämmstoff aus Biomasse

Dem Thema Nachhaltigkeit fühlt sich das Klinikum am Weissenhof schon lange verpflichtet und bekennt sich durch den Beitritt zum Nachhaltigkeitsmanagementsystem WIN-Charta im Februar 2020 eindeutig zu seiner ökonomischen, ökologischen und sozialen Verantwortung. Die Idee »Eco« war auch bei Bauder längst geboren. Ziel war es, eine effiziente Wärmedämmung aus einem Material herzustellen, das die Umwelt so wenig wie möglich belastet, also umweltverträgliche Herstellung, hohe Haltbarkeit und Wiederverwertbarkeit vereint. Nach fünf Jahren Entwicklungszeit konnte Bauder mit ECO auf den Markt gehen. »Unser neuer biomassenbasierter Dämmstoff ist effizienter als viele bekannte umweltfreundliche Dämmungen«, beschreibt Bauder-Fachberater Joachim Schäfer das Material. »Es ist in der Herstellung komplett anders als bekannte Hartschaumdämmungen, lässt sich aber genauso einfach verarbeiten.« Der Dämmkern besteht zu großen Teilen aus Biomasse – nämlich Reststoffen aus der Landwirtschaft sowie aus recycelten Wertreststoffen. Die schützende Deckschicht aus Muschelkalk stammt von Muschelschalen, einem Abfallprodukt aus der Lebensmittelindustrie. Alles zusammen ergibt höchste Dämmleistung mit WLS 024/025/028 bei geringem Energie- und Rohstoffeinsatz. Somit werden mit geringer Elementdicke höchste Anforderungen an den Wärmeschutz erfüllt und selbst komplizierte Detailbereiche lassen sich maßgenau bearbeiten. BauderECO S kann vollständig recycelt werden, muss es aber nicht, denn es dämmt auch nach Jahrzehnten wie am ersten Tag. 

Gute Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit von Bauder mit der Abteilung Bau und Technik des Klinikums funktioniert seit vielen Jahren bestens. Auf dem Gelände stehen zahlreiche Bauten mit flachen und steilen Dächern, die entsprechend neu gedeckt, begrünt und saniert werden. »Müßigmann ist stets offen für Neues und bestrebt, nachhaltig und ökologisch zu bauen«, sagt Schäfer über das langjährige, gute Verhältnis. »Bauder hat immer eine optimale Lösung für alle Anforderungen«, so Müßigmann. »Vor allem kann ich mich darauf verlassen, dass die Produkte, auch Neuentwicklungen, erprobt sind und nicht nur in der Fläche, sondern auch im Detail funktionieren. Denn dort versagen oft dicke Dämmstoffe wie Holzfaser.« Und das alte Apothekendach besitzt jede Menge Details. Einige Dachprobleme hatten Holzschäden verursacht, Schwellen mussten ausgetauscht und Balken restauriert werden. Dies übernahm Uwe Zipperlein Holzbau.

Denkmalschutz mit ökologischer Aufsparrendämmung

Eine Dachsanierung ist eine Herausforderumg im Denkmalschutz. Es war schnell klar, dass eine Aufsparrendämmung die beste Technik für das Dach ist. »Unser Hauptgeschäft ist die Aufsparrendämmung«, so Dachdecker- und Zimmerermeister Max Zipperlein. »Sie wird mit BAFA-Geldern oder steuerlich gefördert, ist eine wirtschaftliche Lösung mit hoher Dämmwirkung und dauerhafter Sicherheit bei kurzer Bauphase ohne Schmutz im Innenraum.« Mit BauderECO S war hier aufgrund der hohen Effizienz ein flacher Aufbau von 8 cm über einer Zwischensparrendämmung mit 140 mm Steinwolle möglich. Diese Kombination kam dem Denkmalschutz entgegen

und genügte den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes GEG.

Auf der Apotheke addieren sich viele verschiedene Dachflächen auf über 500 m2. Stück für Stück wurde abgedeckt und der alte Klemmfilz aus den Gefachen von außen bis zur Innenverkleidung aus Gipskartonplatten geleert. Dann wurde die neue Dämmung mit 140 mm Steinwolle als Vollsparrendämmung zwischen den Sparren eingebaut. Als luftdichte und dampfbremsende Schicht verlegte das Zipperlein-Team die nahtselbstklebende Dampfbremse »BauderTEX«. Die leichte Bahn mit Schnittraster zum einfachen Zuschneiden wurde auf dem Sparren plan ausgerichtet und im Nagelrand befestigt. Dank der Nahtselbstklebestreifen konnten die Verarbeiter die Längsnähte durch einfaches Abziehen der Schutzfolien und Andrücken der Klebeflächen schnell und sicher verschließen. Mit »BauderTape« konnten sie Details und Durchdringungen luftdicht anschließen, mit dem Kartuschenkleber »BauderColl« wurde die Bahn sicher an Massivbauteile angefügt. Um die luftdichten Anschlüsse von Details wie Ortgang, Traufe und Dachfenster zu klären, war ein Bauder-Anwendungstechniker sofort zur Stelle. Das Dach war verschlossen, die Innenräume vor Wind und Wetter geschützt.

Öko-Hartschaum schützt Haus und Dachstuhl

Die Überdämmung ist wichtig, damit alle unterhalb der neuen luftdichten Schicht befindlichen Bauteile im warmen und damit bauphysikalisch unkritischen Bereich liegen. »Die Aufsparrendämmung als schützende Dämmhaube lässt sich mit den selbsttragenden, formstabilen leichten ECO-Wärmedämmplatten genauso leicht umsetzen wie bisher mit Hartschaumdämmplatten«, bestätigt Schäfer die Verarbeitung. Die Dachdecker ordneten die Wärmedämmplatten versetzt an und verlegten sie dank der umlaufenden Nut-und-Feder-Verbindung schnell und wärmebrückenfrei. Die aufkaschierte oberseitige Bahn bildet eine robuste zweite wasserführende Ebene. Bauder-ECO S ist hagelschlaggeprüft – selbst bei defekter Eindeckung schützen die Dämmplatten das Dach vor Hagel und Starkregen und halten das Haus trocken und sicher. Nach dem Verkleben der Stöße mit Hilfe der 10 cm breiten, selbstklebenden Horizontal- und Vertikalüberlappungen war die gedämmte Fläche dann sofort winddicht und rückstausicher.

Arbeiten im System

Alle Fugen, die beim Anpassen der Dämmelemente entstanden, wurden sorgfältig mit Montageschaum ausgeschäumt und mit selbstklebenden »BauderTEC PMK«-Streifen abgeklebt. Zur statischen Lastabtragung wurden Bauder-Systemschrauben per Akkuschrauber mit Hilfe der Systemschraublehre gegen Dachschub und Windsog gemäß Bauder-Plan durch Konterlatten und Dämmstoff hindurch in die Sparren eingedreht. Schließlich folgten Dachlatten und Eindeckung mit engobierten Doppelmuldenfalzziegeln.

Die meisten Arbeiten erfolgten von außen, während innen im DG gearbeitet wurde. Oberhalb des Kehlgebälks ist der Dachboden leer. Dort gab es keine Innenbekleidung, hier wurden erst von außen die TEX und ECO S befestigt, dann von innen Steinwolle zwischen die Sparren gepresst und ein Rieselschutz angebracht.

»Die gute Betreuung und das Arbeiten mit der neuen ökologischen Aufsparrendämmung im System mit dem Bauder-Zubehör hat Spaß gemacht«, so Zipperlein. »Wir hatten volle Unterstützung durch Bauder von der Planung bis zur Abnahme.«

Weitere Informationen:
www.bauder.de

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