»haus ohne eigenschaften«

1995 baute Oswald Mathias Ungers für sich und seine Frau das »Haus ohne Eigenschaften«, ein Haus, das vollkommen geometrisch-mathematisch auf einem quadratischen Raster aufgebaut ist. Innen wie außen präsentiert es sich abstrakt, weiß und glatt, ohne Sockel, ohne Laibungen und ohne Attika, in gleichmäßiger Aufteilung. Zur selben Zeit entwarf Ungers auch das kleine, eingeschossige Gästehaus für einen Bauherrn, das dieser jetzt von dem Kölner Architekten Seyed Mohammad Oreyzi realisieren ließ. Die strenge Abstraktion des Ungers-Entwurfs findet sich jetzt nur noch außen, innen wurde die 94 m² große Fläche in ein größeres Wohnzimmer und einen kleineren Arbeits- und Schlafraum aufgeteilt, dazu kam ein großzügigeres Bad als in Ungers´ Haus – mit Wanne – und ein Fußbodenbelag aus gelb abgetöntem Industrielack. ~red