Hatten Sie sich auch beworben?

~Till Wöhler

»Unsere nächste Generation großartiger Architekten« versprach Rem Koolhaas, designierter Jurypräsident, als Ergebnis des neuen Ordos Prize aus China. Die Aussichten für potenzielle Teilnehmer? Ein Haus in der Inneren Mongolei bauen und dazu noch einen Geldpreis einheimsen. Nicht schlecht. Obwohl in internationalen Architekturmedien bereits im Mai angekündigt, fand die für August anberaumte Bekanntgabe der Gewinner jedoch gar nicht statt.
Journalistenanfragen an die amerikanischen »Press officers« blieben allzeit unbeantwortet – auch die Mitarbeiter des Shanghaier Architekten und großen Organisators Ma Qingyun (MADA s.p.a.m.) zeigten sich nicht auskunftsfreudiger. Auf www.ordosprize.org bietet das »Media Center« immer noch uralte Pressemitteilungen und Fotos. Gefallen hat am Ende die verspätete, offizielle Ausrede: »Aufgrund der anhaltenden Epidemie der H1N1-Grippe werden die Bekanntgabe der Gewinner und die Zeremonie des Ordos Prize nicht wie vorgesehen am 20. August stattfinden. Sobald ein neuer Termin festgezurrt ist, werden wir ihn mitteilen und alle Medienvertreter und andere Freunde informieren.« Hoffen wir, dass das »Nomination Board« um van Berkel, Diller, Herzog, de Meuron, Mayne, Norten, Seijima und Co. im Bilde war. Schweinegrippe sei Dank hat Ordos-Prize- und Ordos-100-Sponsor Cai Jiang, ein lokaler 41-jähriger Renminbi- Milliardär, sein Gesicht wahren können. Und das ist in China bekanntlich die Hauptsache.