Gedenkstätte für die Moorsoldaten

Im Emsland begannen die Nationalsozialisten unmittelbar nach der Machtergreifung mit dem Bau von insgesamt 15 Lagern entlang der holländischen Grenze. Eins davon, das Konzentrationslager Esterwegen, wurde am 31. Oktober als zentrale Gedenkstätte eingeweiht. Vorausgegangen waren Jahr(zehnt)e der Recherche und der archäologischen Analyse. Die Bundeswehr, die das Gelände 1963-2001 als Depotstandort nutzte, hatte die letzten Reste abtragen lassen. 2007 gewannen die Landschaftsarchitekten WES & Partner, Berlin, gemeinsam mit dem Architekten Hans-Hermann Krafft, Berlin, den Wettbewerb zur Gestaltung der Gedenkstätte. Die verschiedenen Zeitschichten deuten nun abstrakte Elemente an: Stahlscheiben in den Proportionen der ehemals vorhandenen Mauern und Wachttürme [1], unterschiedliche Bodenniveaus und -gestaltungen (etwa Schotter [2] für den Häftlingsbereich, Wildrasen im Aufseherbereich), »Baumpakete«, die aus den gleichmäßig das Gelände bewachsenden Roteichen (Hinterlassenschaft der Bundeswehr) herausgeschnitten wurden und nun die Volumen der Baracken nachzeichnen. Ein Stahlband, das durch die Gedenkstätte bis weit hinaus ins Moor führt [3], verdeutlicht den Weg der Gefangenen zu ihrer schweren Arbeit, der regelmäßig von Schikanen des Wachpersonals begleitet war. ~dr