Fertig-Schulen

Der britische Bildungsminister Michael Gove will die Kosten für staatliche Schulbauten um 30 % drücken, v. a. durch den Einsatz von Fertigbaumodulen. Dieses Wort weckte allenthalben ungute Erinnerungen an Nachkriegsschulen in billiger Leichtbauweise, die schlecht altern und einen katastrophalen Energiestandard haben. Diesmal sollen bessere Module her – erste Bauunternehmen sind mit der Entwicklung beauftragt. Wer ein staatlich finanziertes Schulgebäude haben will, muss dann unter sechs Typen wählen. Es gibt durchaus Modulbauten in hohem Standard, doch sind Zweifel angebracht, ob Schüler und Lehrer diesen bekommen werden, wenn der Minister erwartet, die Kosten pro m² von derzeit 2 200 auf 500 Pfund »wie bei US-Schulen« und die Bauzeit von 18 Monaten auf 13 Wochen zu reduzieren. Ganz zu schweigen davon, dass die erst in den letzten Jahren allgemein verbreitete Kompetenz im Schulbau dann wieder verloren gehen würde. Was also tun? Das Büro Space Group, Newcastle, entwickelt gegenwärtig ein Konzept für Grundschulen mit Kosten von 1 200 Pfund/m² und sechs Wochen Bauzeit. Man werde damit keinen Stirling Prize gewinnen, räumte das Büro ein, doch wäre dies eine mögliche Strategie, als Architekt überhaupt weiter am Schulbau beteiligt zu sein. ~dr