Audi Urban Future Award Venedig

Schwül-heiße 30 °C unter diesig-blauem Himmel schlugen einem bei der Ankunft in Venedig zur 12. Architektur-Biennale entgegen, zu deren Auftakt in diesem Jahr erstmals der Audi Urban Future Award verliehen wurde. Mit 100 000 Euro lobt der Automobilkonzern damit den derzeit höchstdotierten deutschen Architekturpreis aus. Sechs internationale Architekturbüros waren geladen, ihre stadtplanerischen und architektonischen Zukunfts-Visionen zur Mobilität im urbanen Kontext zu entwickeln. Nach der ersten Runde und Präsentation der Vorentwürfe vor einigen Monaten in London waren noch fünf Teilnehmer in der Endrunde in Venedig dabei: Alison Brooks Architects aus London mit einem preiswerten Kleinwagen für das stetig wachsende Mumbai, BIG aus Kopenhagen mit fahrerlos gesteuerten Autos, Cloud 9 aus Barcelona mit dem Umstieg aufs Fahrrad und andere motorlose Vehikel, standardarchitecture aus Beijing mit bewegten Straßenbändern und, der letztendliche Gewinner, Jürgen Mayer H. aus Berlin, mit seiner Vision von einem intelligenten Auto (Abb. 4). Die neunköpfige Jury, besetzt mit Architekten, Stadtplanern, Kunsthistorikern und Fahrzeugtechnikern, kürte damit ein Zukunftsmärchen, in dem nach einem »digital wash« alle Verkehrsschilder und Wegweiser aus unseren Städten verschwunden sind und diese sich nunmehr ausschließlich aus Architektur und ihren Bewohnern und Nutzern zusammensetzen. Staus, Lärm und Abgase gehören der Vergangenheit an und sind einem ruhigen Verkehrsfluss, von Computertechnologie optimal gesteuert, gewichen – na ja. Der Preis soll alle zwei Jahre ausgeschrieben und an wechselnden Orten vergeben werden. ~uk