Architektur macht Schule

~Sibylle Eck

Viele Architektenkammern haben in den vergangenen Jahren Kooperationen mit Schulen aufgebaut, die sich in der Regel als Lernprozess sowohl der Schüler als auch der beteiligten Planer erweisen. Ziel ist die Erziehung von Schülern zu mündigen Bürgern, die sich in die Diskussion über die Gestaltung der gebauten Umwelt einbringen können und sollen. Das Programm der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen (AKNW) startete am 6. November unter dem Motto »Architektur macht Schule« in die 2. Phase. »Architektur als Eckpfeiler der Kultur« solle ein fester Bestandteil des Unterrichts werden, forderten Kammer und Schulministerium einhellig. Überraschend dabei ist die Tatsache, dass der Lehrplan der Oberstufe – angeblich aufgrund des Zentralabiturs – keinen Raum für Themen wie Architektur bietet, obwohl das Programm »Kammer in der Schule« bereits vor vier Jahren im Rahmen der Initiative Baukultur aufgestellt wurde. Interesse an der Architektur soll nun mit verschiedenen Bausteinen geweckt werden, die vom eigens durch die Kammer entwickelten Lehrmaterial über eine Dokumentation von Umbauprojekten an Schulen bis hin zu einem Internetauftritt reichen.
Angesichts rückläufiger Schülerzahlen sieht die AKNW eine einzigartige Chance, neue Wege im Schulbau zu gehen und ungewöhnliche Raumkonzepte umzusetzen. Die frühzeitige Einbeziehung von Nutzern und die stetige Auseinandersetzung mit den Planern wurden dabei als wichtige Grundlagen hervorgehoben. Ein Kongress zu neuen Tendenzen und Konzepten im Schulbau ist für März 2007 geplant.