ara pacis bleibt

~Claudius Ziehr

»Wenn wir es nicht zerstören können, dann werten wir es eben auf.« Das scheint das Motto der römischen Stadtverwaltung zu sein. Noch vor einem Jahr berichtete die db (s. db 7/2008, S. 6), dass der neue postfaschistische Bürgermeister von Rom, Gianni Alemanno, plante, Meiers Museo dell’Ara Pacis, das erst 2006 eingeweiht wurde, abzureißen. Nun meldet die römische Stadtverwaltung offiziell: »Das Museum bleibt!« Gleichzeitig hieß es, Alemanno habe einen harschen Forderungskatalog nach New York. Dort allerdings ist nie eine derartige Anfrage angekommen. Macht nichts: Wenn man die Forderungen analysiert, dienen sie wohl vornehmlich dazu, den Anhängern des Bürgermeisters den 180 °-Meinungswechsel schmackhaft zu machen. Denn die Wunschliste vom römischen Kapitol nimmt zum großen Teil den ursprünglichen, weitergehenden Entwurf wieder auf. So soll, wie schon von Meier vorgeschlagen, die stark befahrene Uferstraße direkt neben dem Museum untertunnelt werden und der Meier-Bau eine direkte Verbindung zum Tiber bekommen. Außerdem werden Änderungen an der großen Freitreppe angemahnt. Tatsächlich wird es auch von Befürwortern als unbefriedigend empfunden, dass die zwei barocken Kirchen neben der Ara Pacis hinter einer Mauer aus Travertinblöcken verschwinden. Einst rahmten die Kirchen den Flusshafen Ripetta zu einem der berühmtesten barocken Bilder der Stadt ein, vergleichbar der Spanischen Treppe. Doch dieses Ensemble wurde bereits im 19. Jahrhundert durch die Eindeichung des Tibers zerstört. Ob wir tatsächlich demnächst über den Weiterbau des Museums berichten dürfen, bleibt jedoch offen. Denn das größte Hindernis ist und bleibt das Finanzloch im Haushalt der italienischen Metropole.