Wird so Strom die neue Wärme?

Die Energiewende ist noch längst nicht so weit, wie sie sein sollte. Deshalb fordern Wissenschaftler, auch den Wärmesektor umzubauen. In der Zeitschrift »weiter.vorn« empfehlen Forscher der Fraunhofer Institute für Windernergie und Energiesystemtechnik IWES sowie für Bauphysik IBP, der Stiftung Umweltenergierecht und des Instituts für Energie- und Umweltforschung Ifeu, Strom aus Sonne und Wind zum Heizen zu verwenden sowie Wärmeüberschüsse, etwa aus großen Industrieanlagen, zu nutzen, kombiniert mit energetischer Gebäudesanierung. Biomasse sollte nur zum Heizen schwer sanierbarer Häuser bzw. in ländlichen Regionen eingesetzt werden.

Zentrales Element sollen elektrische Wärmepumpen sein, die in Verbindung mit gut gedämmten Gebäuden ihre höchste Wirksamkeit entfalten. Auch KWK-Anlagen gehören hierzu, die mit ihrer Abwärme ganze Siedlungen versorgen könnten. Fern- und Nahwärme müsste von zurzeit 12 auf 25 % Anteil an der Wärmeversorgung steigen, dabei aber ihren Charakter ändern: Statt Hochtemperaturnetzen sehen die Forscher z. B. eine Kombination aus Groß-Wärmepumpen und Solarthermieanlagen oder Gas-KWK-Anlagen. Um Anreize für die Umrüstung zu schaffen, sollen die Abgaben auf Strom gesenkt und auf fossile Brennstoffe erhöht werden. ~dr