Unter London

Die ersten Ideen zu einer Schnellbahnstrecke durch London in Ost-West-Richtung entstanden bereits im 19. Jahrhundert, im Mai 2015 ist es nun so weit: Die ersten Züge der »Crossrail« genannten neuen, knapp 15 Mrd. Pfund teuren Bahnverbindung sollen fahren, und zwar zwischen Liverpool Street Station im Osten der City und dem 35 km nordöstlich davor liegenden Shenfield. Richtig fertig soll die Strecke 2018 sein und dann im Westen bis nach Hayes & Harlington und weiter nach Reading reichen. Die zwei parallel verlaufenden, je 21 km langen Tunnel unter der Stadt, auch unter dem vorhandenen Underground-System, sind mittlerweile gebohrt, die Bahnsteige werden 200 m lang. Dieses Bahnsystem soll einerseits Fahrtzeiten verkürzen – beispielsweise aus Reading um eine halbe Stunde – und andererseits natürlich die insbesondere in der Innenstadt notorisch überfüllten Undergrounds samt ihrer engen Stationen entlasten. Im Stadtzentrum entstehen dabei zurzeit zehn neue Stationen, hell, geräumig und modern, die an wichtigen Knotenpunkten an die anderen Transportsysteme wie Tube, Overground, Themseschiffe und Flughafenzubringerzüge anknüpfen. Eine davon ist seit letztem Jahr fertig: Canary Wharf. Entworfen von Foster & Partners sowie von Arup, fällt sie durch ihr riesiges Glasdach mit Holztragwerk auf. Recht weit gediehen sind auch die Stationen in Whitechapel, wo u. a. über der offenen Haltestelle eine neue Erschließungsebene eingezogen wird, oder Custom House, dessen weithin sichtbares, luftiges zusammengestecktes Bauwerk Ende März fertig wurde. Die Schnellbahn soll die beförderten Menschenmassen um 10 % erhöhen, zu Beginn rechnet man gleich mit einem Fahrgastaufkommen von 250 Mio. Passagieren pro Jahr. ~dr