»Suffizienz« zieht

»Ein Weg zu einem leichteren Leben«, bringt die Journalistin Birgit Schneider in ihrem Blog »freiraumarchitektur.net« den Begriff »Suffizienz« allgemeinverständlich auf den Punkt. Mit einigem Abstand zu den zwei gut besuchten db-Kongressen zur Suffizienz haben wir einmal nachgeschaut, was sich derzeit zum Thema bewegt. Und wir können freudig – und ein wenig stolz – vermelden: Es erobert langsam die Köpfe und der Begriff findet sich immer häufiger auch außerhalb des akademischen Diskurses. Der Verband Privater Bauherren etwa hat 2015 ein Heft mit dem Titel »Suffizienz – Zukunftstrend Klasse statt Masse« herausgebracht und bietet darin Checklisten für die Wohn- und Lebensqualität bzw. die Wohnsituation an. Auch eine kurze Recherche bei »issuu« zeigt, dass der Begriff in der Zeitschriftenwelt auf breiter Front aufgenommen wurde. Besonders freut uns in diesem Zusammenhang, dass das Thema auch an den Hochschulen angekommen ist, etwa an der Ruhr-Universität Bochum mit der Bachelor-Arbeit von Axel Nagy oder an der Universität Siegen mit dem Master-Symposium »Suffizienz in der geplanten Umwelt – Neue Strategien zwischen Nachhaltigkeit und Low-Tech«. Oder dass Architektin Nadja aus Berlin auf ihrem Blog »habitology.de« db-Metamorphose-Redakteur Christian Schönwetter zitiert. »Leider ist Suffizienz nicht sehr populär, denn das bedeutet Nachdenken«, schreibt sie in der Vorrede. »Nachdenken über (…) seine Gewohnheiten, die eigene Bequemlichkeit und die Sorglosigkeit im Umgang mit unseren Ressourcen.« Birgit Schneider ihrerseits findet viele Beispiele, wo sich das Nachdenken schon gelohnt hat: beim Car-Sharing etwa oder multifunktional nutzbaren Wohnräumen. In diesem Sinne sind wir von der db weiterhin auf der Jagd nach neuen, eingängigen Ideen, die den Gedanken der Suffizienz noch unwiderstehlicher machen. ~dr