Turm aus selbstformendem Holz

Selbstgedreht

Neben der Bundesgartenschau in Heilbronn macht eine weitere Freiluftschau in der schwäbischen Provinz von sich reden. Jede der 16 beteiligten Gemeinden im Remstal wird u. a. von einer architektonischen »folie« markiert, darunter Projekte von Mäckler Architekten, Hild und K, Brandlhuber+ und J. MAYER H.

Jan Knippers und Achim Menges haben mit ihren Instituten ICD und ITKE der Universität Stuttgart als Würdigung der heimischen Ingenieure einen Turm aus selbstformendem Holz entworfen, der bei Urbach auf einem Hügel steht. Der Turm ist das weltweit erste Projekt dieser Art, das im Maßstab 1:1 gebaut wurde und somit auch seine eigenen Lasten abträgt. Er besteht aus mehreren ca. 14 m langen und 90 mm dicken Elementen, die aus zwei 5 m langen und 1,2 m breiten Fichte-Lagen zu Brettsperrholz verleimt sind. Durch eine genau berechnete Anordnung der Lagen nach ihrer Faserrichtung und einen hohen Feuchtegehalt, gefolgt von einem üblichen industriellen Trocknungsprozess, bilden die Bauteile ihre konkave und in sich gedrehte Form selbst aus.

Abgesehen davon, dass diese Herstellungsweise sehr leichte Konstruktionen ermöglicht und keine aufwendigen Formungswerkzeuge benötigt, verweisen die Erfinder darauf, dass sie sich nahtlos in andere industrielle Holzbearbeitungs-Prozesse integrieren lässt. Letztlich ist das Ergebnis aber auch einfach schön – und wird wohl auch eine ganze Weile so bleiben: Die Sperrholzkonstruktion ist durch eine wasserdichte Ebene und eine verleimte Lärchenholz-Deckung geschützt, die ihrerseits mit einem anorganischen Anstrich UV-Strahlung und Pilzbefall trotzt und mit der Zeit eine feine weiße Tönung annimmt. ~dr

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