»bridge2future«

Schinkel-Wettbewerb 2019 entschieden

Die Entscheidung des Berliner Senats vom vergangenen Juni, die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) am Standort der Amerika-Gedenkbibliothek (AGB) zum größten Bibliotheksstandort Deutschlands zusammenzuführen, hat den Blücherplatz und seine Umgebung wieder ins öffentliche Interesse gerückt. Platz und Bibliothek sind aufgrund ihrer nichtkommerziellen kulturellen Nutzbarkeit sehr beliebt und haben sozial stabilisierende Wirkung. In letzter Zeit entwickelt es sich allerdings zu einem von Start-ups geprägten Gebiet. Hochbahn, Landwehrkanal und das denkmalgeschützte Rondell des Mehringplatzes erzeugen eine starke räumliche Trennung. Der Schinkel-Wettbewerb will auf den unterschiedlichen fachlichen Ebenen – von Städtebau über konstruktive Beiträge bis zur Freien Kunst – Anstöße und Ideen in die kommende Diskussion geben. Insgesamt wurden 12 studentische Arbeiten ausgezeichnet.

Tim Hecke, Jan Phillipp Heidenreich, Manuel Kramm und Timon Nüsken von der Bergischen Universität Wuppertal sind Gewinner des »Schinkelpreises« für Städtebau. Sie schlagen ein »Urbanes Cluster« um einen ZLB-Neubau im Blücherpark vor. »Eine große Qualität des Entwurfs liegt in seinem behutsamen Umgang mit dem denkmalgeschützten Bornemann-Bau (der AGB)«, stellte die Jury in ihrer Begründung fest und hob verschiedene Punkte hervor: Die Einzelbauten führten Besucher in das großzügige Foyer des Neubaus und hielten die Blick- und Wegebeziehung vom Blücherplatz zur Heilig-Kreuz-Kirche frei. Ein Fuß- und Fahrradweg erschließe einen Teil der begrünten Dächer öffentlich, der Rest bleibe den Bibliotheksbesuchern vorbehalten. Die Umleitung des Verkehrs ermögliche eine Freitreppe zur »Uferarena« am Landwehrkanal.

www.aiv-berlin.de