Nationalbibliothek Qatar von OMA

Der Stuttgarter denkt angesichts weißer Büchereiregale ja sofort an seine eigene Stadtbibliothek, die der Architekt Eun Young Yi in Würfelform gepackt und mit einem faszinierenden Trichterraum in den obersten Geschossen ausgestattet hat (s. db 12/2011).
Freilich gibt es im Stuttgarter Talkessel aber weder so viel Platz noch so viel Geld (Daimler und Co. hin oder her), um die Regale und Böden in Marmor zu kleiden oder mit horizontaler Fläche zu aasen, so wie sich das der Wüstenstaat Qatar leisten kann.
Dort holte man Arata Isozaki für den Masterplan einer »Education City« und ließ in diesem Rahmen Rem Koolhaas’ Office for Metropolitan Architecture (OMA) die Nationalbibliothek planen. Wer in Stuttgart schon lange Wege beklagt, wird in Doha auf 42.000 m2 und zwischen 1 Mio. Bücher noch mehr Gelegenheit zum Flanieren finden. Wo – um im Vergleich zu bleiben – in Stuttgart das »Herz« des Gebäudes liegt (ein leerer Raum mit kontemplativem Wasserplätschern), eröffnet sich in Doha ein tiefer Einblick in die Geschichte de Landes: eine in den Boden eingetiefte und mit Travertin ausgekleidete Struktur aus Räumen und Gassen, in welcher die historischen Schätze der Bibliothek präsentiert werden.
Fassaden aus gewelltem Glas sorgen für Licht und Ausblick.
Das OMA präsentiert das Gebäude mit beeindruckenden Bildern aus der Hand von Iwan Baan auf seiner Website: OMA »