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Moderne in Israel

Zu den Uraufführungen der Berlinale zählten dieses Jahr vier neue Filme von Heinz Emigholz, als Reihe »Streetscapes«. Der Filmemacher beschäftigt sich oft mit Architektur; so zeigt einer der Filme Werke von Eladio Dieste in Uruguay und ein weiterer Bauten des Architekten Samuel Bickels [9]. Von einem fixen Standpunkt aus, ohne Kommentar, reihen sich Aufnahmen v. a. von Projekten in Israel aneinander – »Photography and beyond« heißt es denn auch im Untertitel. Doch anders als bei Fotos muss man sich hier auf das Tempo des Films einlassen, kann nicht schneller weiterblättern oder eine Einstellung länger betrachten. Auch die Darstellung unterscheidet sich von Architekturfotografie: Es gibt stürzende Linien oder Bilder von für sich selbst mitunter nicht besonders aussagekräftigen Ecken; im Zusammenspiel erzählen sie das Gebäude dennoch – ob Museum oder Sporthalle. Dabei stehen die Qualitäten der Architektur der Moderne im Mittelpunkt: die Leichtigkeit durch Licht und Schatten, komponierte Linienführungen, typische Details wie Fenster und Türen. Und immer ist man hin- und hergerissen zwischen Begeisterung für die großenteils original erhaltenen Bauten und Bedauern über Gebäude, denen der Zahn der Zeit arg zugesetzt hat. Kinostart ist im Herbst. ~dr