Leserbrief zu db 10/2014

~Ulrike Haase-Mülleneisen, Leverkusen Beratung für Barrierefreiheit

zu db 10/2014, Besucherzentren
»Die Architektur steht dabei vor der anspruchsvollen Aufgabe, nicht nur ein komfortables und anregendes Ambiente für die Besucher zu schaffen …«, so die einleitenden Worte zum Paläon in Schöningen.
Ein anregendes Ambiente, keine Frage. Aber komfortabel sind einige Bereiche leider nur für das gesunde Publikum, eine barrierefreie Nutzung durch körperlich eigeschränkte Besucher ist selten gegeben. Diese Teilhabe hätte man leicht erreichen können, beispielsweise durch die Markierung der Schleppstufen zum Aufgang des Schöninger Forschungs- und Erlebniszentrums und das Einplanen von Blindenleitstreifen. Auch wirken die Ausstellungsräume nicht barrierefrei. Bei öffentlichen Gebäuden sollte an Blindenleitstreifen, Kontraste und Schriftgröße der Erklärungstexte gedacht werden, die Ausstellungsgegenstände sollten auch für Rollstuhlfahrer anschaubar sein. Das Gute: Das wäre ohne große Eingriffe in die Architektur möglich!
Ich freue mich, wenn in Zukunft die Barrierefreiheit bei Besucherzentren eine wichtige Rolle spielt, um ein komfortables Ambiente für alle Besucher zu bieten. Am besten wird sie bereits im Wettbewerb eingefordert.