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Foto: Moritz Bernoully
Orientierungsphase für die Sanierung und Neubauten der Bundesbank-Zentrale hat begonnen

Kleinteilige Planungen

~Gudrun Escher

Die Entscheidung im Architekturwettbewerb für die Neubauten der Deutschen Bundesbank in Frankfurt a. M. fiel im Juni für den Entwurf des Basler Büros Morger Partner, nun ist die Orientierungsphase mit potenziellen Auftragnehmern eröffnet. Der Campus der Bundesbank ist das derzeit wohl umfangreichste Hochbauprojekt in Deutschland. Der Altbestand mit dem Haupthaus, der Hauptkasse und dem Geldmuseum summiert sich auf rund 70 000 m² BGF, mehrere Neubauten mit zusätzlich 130 000 m² BGF sollen es künftig ermöglichen, auch die derzeit rund 5 000 Beschäftigten (die in Ausweichquartieren untergebracht sind) in der Zentrale an einem Standort zu vereinen. Eine Tiefgarage mit 1 500 Stellplätzen gehört ebenfalls dazu. Die Planungen für die Bestandssanierung und die Neubauten sollen parallel koordiniert werden, auch wenn der tatsächliche Baubeginn im Neubau voraussichtlich erst 2025 ansteht.

Bei einem öffentlichen Online-Termin für die Bauwirtschaft Anfang Oktober ging es darum, interessierte Anbieter detaillierter mit dem Projekt vertraut zu machen und die Grundsatzentscheidungen der Bank hinsichtlich der geforderten Qualitäten und Ziele zu vermitteln, allen voran Klimaneutralität und der konsequente Einsatz von Open BIM. Die Bank will vermeiden, am Markt für Bauleistungen und dessen Kapazitäten vorbeizuplanen. Insbesondere Innovationen aus den Unternehmen sollen einbezogen werden können.

Bei der Vergabe gelten generell die Vergaberichtlinien des Bundes, so auch das Gebot der Wirtschaftlichkeit. Dafür ist zwingend ein Büroraumkonzept zu erstellen, das sich über lange Zeiträume an veränderte Bedingungen anpassen kann. Für die Durchführung verzichtet die Bank auf einen GU oder GÜ. Als Projektsteuerer für die Neubauten wurden bereits Drees & Sommer beauftragt und für den Altbestand Schüssler Plan. Die Einteilung in Bauabschnitte und Einzellose ist noch offen.

Die größte Herausforderung im Altbestand bildet das (nicht denkmalgeschützte) Haupthaus (Baujahr 1969-72) mit seinen Rasterfassaden in Beton. Noch während der Planungsphase wurde das 220 m lange Gebäude mit 14 Geschossen aus städtebaulichen Gründen um 90 ° gedreht, sodass die Längsfronten nun nach Norden bzw. Süden ausgerichtet sind. Für die Sanierung der besonders belasteten Südfassade wird ein eigener Objektplaner gesucht, der den architektonischen Charakter erhalten kann und dennoch das Gebot der Klimaneutralität einhält.

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